Werte versus Meinung

 

An euch Mediziner: reagiert ihr bei den Patienten eher auf deren Gefühle oder auf deren messbaren Werte? Wäre mal interessant….

 

Wie ich darauf komme? Ich weiß, dass ich irgendwann mal eine Autoimmun abkriege, diese Hashimoto-Geschichte. Antikörper zu hoch, irgendeins der TSH-Dinger auch, aber 2 und 3 passen noch. Und ich hab ja erst 13 kg zugenommen. Dass es mir damit nicht gut geht, scheint auch nicht interessant zu sein, dass ich nur noch zittere, wenn ich nicht überall zu viel Salz drauf kippe, ist anscheinent auch egal, dass ich jeden Winter Erfrierungen habe usw usw ebenfalls. Und dann guckt der Arzt wieder genervt, murmelt nachdenklich: „Ja, ja, psychosomatisch…“ und verspricht mir ganz widerlich gespielt, sich in ein paar Wochen wieder die Blutwerte anzuschauen. Obs dann schlimm genug ist.

Ich persönlich fange schon wieder an, dem Arzt zu glauben, auch wenn ich ein anderes Gefühl habe. Aber er sollte nun mal mehr Ahnung haben. Allerdings dachte ich das auch, als mir der Arzt erklärte, dass starke einseitige Kopfschmerzen garantiert von einer Nebenhöhlenentzündung kommen. *seufz*

So. Jetzt würde mich mal interessieren, wie ihr sowas im Allgemeinen sehen würdet…

 

 

 

4 Kommentare zu “Werte versus Meinung

  1. chefarzt sagt:

    Man sollte ja lieber Menschen als Werte therapieren. Als moderner Mediziner muss man sich dies immer wieder klar machen. Ich habe gerade Punkt 2 gewählt und erst mal 100% damit erreicht.

  2. chaoskatze sagt:

    Sowas hört man gerne! =)
    Auch, wenn meine Umfrage wohl nicht sehr statistisch wird ^^

  3. naniguana sagt:

    Denselben Spaß mit der Scilddrüse hab ich auch hinter mir, vor Jahren schon. Von Arzt zu Arzt gegangen, einer meinte, es sei psychosomatisch, der nächste meinte, ich suche nur eine bequeme Ausrede für die Gewichtszunahme, der nächste meinte, wenn man depressiv sei, solle man das annehmen und nicht nach was anderem suchen und so ging das immer weiter. Das hat man davon, wenn man den Ärzten gegenüber offen zugibt, schon einmal wegen Depression in Behandlung gewesen zu sein, man wird nicht mehr ernstgenommen.
    In einem Hashimoto-Forum hatte ich meine Werte von mehreren Untersuchungen gepostet und die Leute dort fanden sie nicht normal – die Ärzte schon. Grenzwertig, aber das heisse eben nichts. Über Jahre grenzwertig, nun ja, im Hashimoto-Forum hatte man da eindeutige Meinung zu.
    Ich hab irgendwann aufgegeben. Wenn ich eine Erkrankung der Schilddrüse habe, werde ich es wohl nie erfahren, diesen Ärzte-Terror machen meine Nerven einfach nicht mit. Genauso muss ich mich wohl mit dem Zusatzgewicht abfinden oder der Tatsache, dass ich bei mehr als 1500kcal zunehme.

    Also, langer Rede kurzer Sinn- irgendwie versteh ich dich.

  4. Medium sagt:

    @naniguana Da muss man sich ja schon fast fragen, wieviele Menschen auf Depressionen behandelt werden und nebenbei noch was an der Schilddrüse haben, wo durch eine Behandlung auch die Depressionen in den Griff zu kriegen wären…
    Bei mir selber war es so, dass ich immer recht kräftig war, aber nach dem Abi in recht kurzer Zeit einiges abgenommen , das aber in dem Moment auf meine Magenschleimhautentzündung geschoben habe. Zeitgleich ging es dann los, dass es mir emotional schlecht ging – da dachte ich erst, das liegt an der Fernbeziehung mit meinem Freund und als ich dann zu ihm gezogen war daran, dass ich 500 km von der ganzen Familie entfernt bin. Irgendwann ging es dann wieder bergauf und vor ein paar Jahren wurde bei mir dann auch Hashimoto diagnostiziert. Da wurde mir dann einiges mit der Gewichtsab- und -zunahme und der ganzen Antriebs- und Motivationslosigkeit klar, aber meine fast-Depression habe ich bis heute noch nicht damit in Verbindung gebracht… Glücklicherweise habe ich einen sehr guten Hausarzt, der darauf besteht, meine Schilddrüsenwerte aller 3 Monate daraufhin zu überprüfen, ob die Dosis noch stimmt. Ich drück Dir die Daumen, dass die Werte bei Dir vielleicht auch mal so eindeutig sind, dass was unternommen wird.

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