Alltagstheater mal anders

Nachdem ich in letzter Zeit definitiv zu viel semiphilosophische Diskussionen verstreut (haha..) habe, muss ich euch doch glatt mal wieder mit den nichtlustigen Geschichten aus dem Alltag einer Chaoskatze zumüllen…

Nun, wo fangen wir an.

Heute habe ich meinen Tag damit verbracht, größtenteils einfach … NICHTS … zu tun (welch Abwechslung…). Gut, irgendwann wurde es mir zu doof und ich habe damit angefangen, die Heizung anzumalen. Ernsthaft. Bin aber noch nicht fertig, bin gespannt, was diesmal dabei rauskommt.

Gestern war es dann noch lustiger. Ein Herr kam, von unserer Vermieterin mal wieder nicht angemeldet, um dafür zu sorgen, dass man nur noch durch die Gläser der Tür nach draußen gucken kann, nicht daneben. Angesichts dieser positiven Überraschung fragten wir ihn, ob er nicht auch das „Löchlein“ in unserem WC anzugucken (der ging fast so hoch wie ich groß bin und ca. 30cm breit und 50cm in den Wand (oder zumindest in das, was anhand fehlender Begriffe Wand genannt werden muss). Hat nicht nur allein aus Prinzip gestört, sondern auch, weil der Geruch öfters nicht so prickelnd war.

Nun, der Herr ausländischer Herkunft war sehr freundlich und fing damit an. Und weil er so freundlich war, bot ich ihm einen Kaffee an – was ich eigentlich für selbstverständlich hielt. Kurz also normaler Alltagssmalltalk. Bis er mich fragte, wie alt ich wäre. Und ob ich verheiratet wäre. Und ob ich ihn nicht heiraten wolle… (mit dem Einwurf, dann könne ich in einer viel größeren Wohnung wohnen..). Nun ja. Habe dann doch spontan dankend abgelehnt…

Tja… morgen treffe ich mich mit einem Freund auf einen Kaffee, darauf freue ich  mich. Außerdem muss ich endlich an Weihnachten und die dementsprechenden Geschenksaktionen denken. Und meine Heizung weiter anmalen.

Zeit.

Verzeiht mir, dass ihr so lange nichts von mir gehört habt, gerade, nach der ausführlichen Diskussion zum letzten Beitrag. Doch ich brauchte ein wenig Zeit für mich, ein wenig Zeit außerhalb Diskussion, Erzählen und Kommentare.

Was gab es derweil Neues: Also, ich hatte das Kontroll-MRT. Bei der Besprechung mit meinem Neuro hat man bei den Bildern recht viel gesehen – eigentlich schaut es ganz gut aus, bis auf zwei kleinere „Flecken“. Bei einem hoffen wir jetzt einfach mal, dass es sozusagen eine Art Narbe sein könnte, die von der OP übrig geblieben ist, es könnte allerdings auch ein Rest des Tumors sein. Der zweite „Fleck“ ist höchstwahrscheinlich ein kleiner Schlaganfall, der während der OP entstanden war und ohne weitere Folgen ist, rein theoretisch könnte es allerdings auch ein neuer Tumor sein.

Die letzten Tage war ich sehr nachdenklich. Nicht nur aufgrund der Kontrolle, wobei diese eine Art Auslöser war, sondern auch, weil ich insgesamt wieder in andere Situationen geraten bin. Erst kein Chemo mehr (hach, tut das gut, einfach zu wissen, dass es einem den Rest des Tages ganz normal gut geht!), dann habe ich mich auf den Weg in Richtung meiner Uni-Stadt gemacht. Musste auch einige Sachen an der Uni klären (ich weiß immer noch nicht, ob man während einem Urlaubssemester einen Schein machen darf), war einfach mal Kaffee trinken und quatschen (was mir gut getan hat). Heute habe ich endlich mein Zimmer vernünftig einräumen, einrichten und sauber machen können – ich war erst vor kurzem in meine neue WG eingezogen und erst beim letzten „Besuch“ konnte ich die Schränke schnell reinstellen, von daher war hier so ein schreckliches Chaos… Das ist endlich erledigt – wohl fühlen ist aber noch begrenzt, vor allem, weil ich mir natürlich prompt die Hälfte verrenkt habe *seufz*. Nach Chemo sind meine Gelenke eh noch ein wenig am schmollen und das Theater heute hat ihnen gar nicht gut getan. Ich dachte erst, ich hätte mir, wie immer, nur diese Stelle zwischen Hüfte und Rücken ausgerenkt – wie heißt der Kram, Illius Sacralis oder so? Keine Ahnung, aber das geht meistens nach ein paar Stunden wieder (solange man nicht den Fehler begeht, sich hinzulegen oder mit entspannten Muskeln wieder aufzustehen), aber anscheinend sind ein paar Wirbel auch in Streik geraten, ich bin total schief.

Naja, was soll es schon. Was ich eigentlich sagen will, ich bin momentan ziemlich viel in meinen Gedanken spazieren. Es ist einfach, in Notsituationen zu handeln, aber wenn man das Ganze in abgeschwächter Form in den Alltag verpacken will, hat man komplett andere Probleme… Man sieht, wie der Alltag an einem vorbei geht, wie man ein Gespräch führt, wie man mit der Straßenbahn fährt – und gleichzeitig steht man irgendwie daneben, man versucht, zu sich zurückzufinden, ohne sich selbst etwas vorzulügen. Man sieht, wie die anderen Studenten, mit denen man angefangen hatte, darüber diskutieren, wie Fach XY läuft und was wohl der Prof in XX meinte und hat keine Ahnung, worüber sie reden, woher auch.

Die Zeit rennt.

 

Ich lese hier, Diskussion über Abtreibung. Kinder gewünscht? Oder nicht? Und wieder stehe ich daneben. Würde ich jetzt schwanger werden, ich würde abtreiben – bei Chemo wäre das Kind stark gefährdet. In Zukunft? Habe ich eine?

Die Zeit rennt.

 

Gleich ist Weihnachten. Feiern, zusammensein. Füreinander da sein. Auch, wenn es einigen wohl mehr verdeutlich, wer nicht für sie da ist. Wie jedes Jahr. Ich habe noch nicht ein Weihnachtsgeschenk eingekauft. Meistens macht mir das viel Spaß, gerade fehlt mir der Kopf. Dabei ist es schon fast so weit.

Die Zeit rennt.

 

Nächstes Jahr sind einige tolle Sachen in der Musik, bei einem Festival kommt eine Band, die ich sehen mag, meine Lieblingsband bringt im Frühling (vermutlich) ein neues Album. Ich habe den Termin für meine nächste Tätowierung ausgemacht. Einige Monate hier, einige da.

Die Zeit rennt.

 

Momentan habe ich sie verloren.

 

……….

……

..

Abtreibung

Inspiriert durch die Diskussion von Medizynicus‘ Artikel, gewürzt durch unsere schöne Diskussion über Religionen etc. würde es mich doch mal glatt interessieren, wie ihr das seht.

Seid ihr grundsätzlich gegen Abtreibung? Nur bei bestimmten Gründen? Abhängig von der Situation?

Und wie lässt sich das mit eurem religiösen und/oder ethischem Glauben vereinbaren? Mit dem deutschen Gesetz?

An die Ärzte: seid ihr durch eure gesetzlichen Verordnungen oft zu einer Handlung gezwungen, die nicht eurer persönlichen Überzeugung entspricht?

Kurze Beispiele für diese Differenzen..

Zahl der Abtreibungen

Ärzte & Spätabtreibungen

Todesfolgen nach Abtreibung

Exkommunizierung der Ärzte / Mutter (falls psychisch instabil: hier Triggergefahr!)

Tag 5, Zyklus 1

Der letzte Tag des Zyklus. Hach, wie ich  mich freue! Heute morgen hat es mich noch mal richtig zerlegt, war eine Weile einfach nur dagelegen, so eine Mischung zwischen Schlaf, Warten und wegkippen. Recht gezittert, lichtempfindlich. Aber war auch bald wieder vorbei und seitdem geht es mir zunehmend besser. Das einzige, was noch bleibt, sind die Schmerzen von Gelenken (bzw. sie sind halt ein wenig stärker als sonst), aber nichts, was man dramatisch nennen kann. Wünschte nur, ich hätte einen Masseur *gg*

Will aber nicht wissen, wie es mir gegangen wäre, wenn ich das noch ein paar Tage länger gemacht hätte – habe große Achtung vor den Leuten, die die heftigen Formen der Chemo gut hinter sich bringen!

Morgen ist Post-OP-Kontroll-MRT. Da bin ich natürlich auch gespannt, und zugegebenermaßen etwas nervös. Ich bin zwar fest davon überzeugt, dass sich kein neues Rezidiv zeigt bzw. dass da schön brav ein riesiges Loch ist, aber die theoretische Möglichkeit ist natürlich gegeben…

Und danach werde ich noch, wenn alles klappt, in meine Uni-Stadt fahren, muss ein paar Sachen klären und vor allem möchte ich meine Leute sehen.. Vermiss das alles schon sehr, man merkt einfach an so vielen Kleinigkeiten, wenn man aus dem normalen Chaos gerissen wird.

Religionen

So. Nachdem ich an ein paar Ecken wieder in Diskussionen über Religion, Christentum (und da wieder evangelisch vs. katholisch), Kirche und Sinn und Unsinn der Weihnachtszeit geraten bin, wollte ich jetzt auch ein bisschen was dazu schreiben.

Denn, zugegebenermaßen, lästere ich öfters über unsere Kirchen. Was aber weniger mit der Religion an sich zu tun hat, was aber gerne gleichgesetzt wird. Dasselbe mit Weihnachten, obwohl ich so halb mit feiere.

Ich persönlich feiere Weihnachten nicht als Glaubensgeschichte, sondern einfach, weil ich die Idee süß finde, weil ich gerne schenke (und mich auch gerne beschenken lasse 🙂 ). Aber nein, ich war noch nie zu der Zeit in der Kirche (war ich allgemein schon einige Jahre nicht mehr), ich bin getauft, glaube aber nicht an irgendwelche Götter, egal, ob evangelisch, katholisch, keltisch oder was auch immer.

Aber ja, ich oute mich hier als offizieller Kirchengegner. Auch, wenn ich vermutlich gleich verbal beschossen werde, wollte ich doch ein paar Argumente erzählen.

1. Ist euch schon mal aufgefallen, dass ein guter Pfarrer immer als deshalb positiv angenommen wird, weil er Pfarrer ist? Ich kenne einen tollen Pfarrer, den ich sehr bewundere, sage immer, er ist so toll, obwohl er ein Pfarrer ist. Denn schließlich geht das auch ohne Titel und genügend Christen haben bewiesen, dass Religionsdasein nicht unbedingt ein Garantieschein ist. Will heißen – ich bin gegen diese Vereinfachung des Denkens in Titel und Rollenverteilung, die hier (wie in vielen anderen Fällen ja auch) so hingegeben wird.

2. Die Kirche an sich kann gute Dinge machen – oder halt eben auch nicht. Dass das Geld teilweise für wahrlich idiotische Sachen verwendet wird, ist außer Zweifel (siehe Unterhalt für uneheliche Kinder, Verteidigung von Straftätern etc.). Klar, für gute auch – aber von wem ist das abhängig, von wem kontrolliert?

3. Viele zahlen die Kirchsteuer oft nur deshalb, weil sie zu faul sind, sich abzumelden oder sich vor gesellschaftlichem Druck fürchten. Aber nicht aus freiwilligen Spenden. Wäre doch sinnvoller, so etwas für ethische Sachen einzurichten.

4. Durch die soziale „Gewohnheit“ der Religionen können selbige die Gesellschaft beeinflussen, in einer Art und Weise, die kaum vollständig nachvollziehbar ist. Schließlich haben diese viele philosophischen Denkweisen bis heute geprägt – beispielsweise die Ansicht einer „Seele“ oder eben nicht im Vergleich Westen vs. Osten.

5. Weihnachten ist natürlich inzwischen vor allem für die Wirtschaft interessant. Ich mag es, einfach mit meinen Leuten zusammen zu sitzen und mal zu zeigen, was sie einem bedeuten. Aber wie oft gehen Leute genau da zur Kirche, „weil man das eben so macht“? Blinde Schauspielerei und Hinterhergerenne nenne ich das – etwas tun, woran man nicht glaubt.

6. Glaube in der Erziehung / Schule. Bin der Meinung, jeder kann glauben, an was er will und nichts aufgezwängt bekommen. Ich finde es falsch, Kinder zu manipulieren, indem man ihnen etwas als gegeben vorgibt. Es wäre sinnvoller, jegliche Weltreligion und grundlegende ethische Denkweisen zu erzählen und zu unterrichten – dann ist es leichter, gerade für Kinder, sich ihren Weg zu suchen. Es als einzige Wahrheit (als ob es sowas gäbe!) darzustellen, ist eine Erziehung, die einfaches Denken, blindes Folgen und Manipulation darstellt.

Wie gesagt, ich habe nichts gegen Christentum an sich, obwohl es für mich persönlich unlogisch erscheint und ich denke, dass es sich nur aufgrund der geschichtlichen Denkprägung halten kann. Aber die Kirche an sich sollte, meiner Meinung nach, sich im Hintergrund halten und NUR für Gläubige da sein – nicht für andere. Es regt mich tiersch auf, wenn ich ständig von irgendwelchen Leuten angeredet werde, die mich bekehren (oder Geld, so als Notlösung) haben möchten; oder selbige mal wieder ihre Werbungen auf der Straße machen. Ganz zu schweigen von der politischen Macht, die gerade in gewissen Ländern unübersehbar ist.^

Sooo… Und jetzt bin ich mal gespannt auf die kommende Diskussion – ich freue mich über anregende Kommentare! =)

3. Tag

Diesmal ein etwas kürzerer Beitrag, da in relativ wenig Sätzen erfassbar, selbst bei so einer Plappernase wie mir ^^

Heute früh gleich das Zeugs genommen, und es hat alles gepasst, alles ist in meinem Magen geblieben, super! Die einzigen Nebenwirkungen waren Müdigkeit, bisschen Schwindel, so Kleinigkeiten halt. Was für ein Unterschied von vorher! Allgemein merke ich ein wenig mehr Empfindlichkeit von Haut und Muskeln, aber das war es auch schon. Definitiv kein Drama…

2. Tag

Diesmal war ich besser vorbereitet und habe lieber nichts gegessen oder getrunken, gute Entscheidung – hat das ständige zum-Bad-rennen immerhin verzögert und war nicht so schmerzhaft. Dann zum Notpraxis, wo glücklicherweise mein Hausarzt war. Der hat mir ein Rezept für so ein Zeugs gegeben, das speziell bei Chemo verwendet wird (und nebenbei die Einweisung für die Post-op-Kontrolle gegeben). Wir schon ganz optimistisch in der Apotheke angerufen. Nicht vorhanden. Nun gut, hatten wir uns schon gedacht. Also in der nächstgrößeren Stadt. Nicht vorhanden. Das war der Zeitpunkt, wo ich langsam etwas … grummelig wurde. Inzwischen musste ich wieder ständig rennen – was mir jeweils ganz lieb war, denn danach war für ca. 10 Minuten Ruhe im Magen, dann ging es wieder los, mit Schwindel und Zittern und so.

Naja, mein Freund (was würde ich nur ohne ihn machen!) hat ungefähr 8 Apotheken angerufen, aber die einzigen, die das Zeug gehabt hätten, waren ungefähr 70km weg, auch nicht so toll… Zum Glück hat er eine gute Bekannte, die in einem Krankenhaus arbeitet und die hat es tatsächlich geschafft, mir 2 von diesen wohl sauteuren Tabs zu besorgen, ich gebe ihr halt dann 2 zurück, wenn ich welche bestellen konnte. Echt, ihr glaubt nicht, wie man sich über den Ton der Klingel freuen kann, ich fand das so lieb! Hätte sie ja nicht machen müssen, genauso wenig wie derjenige, der ihr das freigegeben hat…

Vor einer Weile habe ich das Zeug genommen und der Unterschied ist so fühlbar! Kein einziges Mal rennen, keine Schmerzen mehr im Magen, das ist echt toll! Getrunken habe ich vorsichtshalber noch nichts, damit warte ich noch ein wenig, aber es scheint wirklich super zu helfen! Und morgen kann ich es ja normal in der Apotheke bestellen, da wird es ja noch am selben Tag geliefert.

Von daher habt ihr hier gerade eine sehr zufriedene Chaoskatze rumliegen, die inzwischen auch wieder in Ruhe Blödsinn in ihren Blog schreiben kann 😉

Was lernen wir also aus dem Versuch – solche Scherzchen immer unter der Woche versuchen….. *g*

1. Runde, 1. Tag

Und heut früh ging es dann los, wenn auch nach einigem Theater: Wir also gemütlich aufgestanden, zur Apotheke – wo nur eines der zwei Packungen da war.. Die sind verteilt, weil sie sehr genau anhand Körpergröße und Gewicht verteilt werden. Anscheinend stimmte irgendwas nicht. Ganz toll. Wollte nicht unbedingt bis Montag warten, weil ich Donnerstag Post-OP-MRT habe. Aber glücklicherweise hat sich die Dame total Sorgen gemacht und ist einfach zur nächsten Stadt gefahren (immerhin gut 60km hin und zurück) und hat das Zeugs vorbeigebracht.

Also genommen, und ein wenig gewartet. Eine Stunde soll man noch mit Essen warten. Mir war etwas schwindlig, aber ich hatte ja auch nichts gegessen und v.a. getrunken, von daher…. Dann einen leckeren Salat gemacht, mit Hähnchenfleisch und Käse-Schinkenröllchen und so, und erst mal noch einen guten Tee getrunken. Nun ja. Ich hatte es geschafft, immerhin gnadenvolle 2 Bissen zu futtern, dann haben selbige beschlossen, dass sie den Tee nicht mögen und beide haben sich wieder nach außen begeben.

Leider nicht gleich, sondern alle 10 Minuten.

Juhu. Naja. Letztendlich ist es kein Drama, es bleibt halt nichts im Magen, aber jetzt geht es mir schon wieder so gut, dass ich immerhin ab und an einen Schluck Wasser trinken kann. Hoffe, nachher vielleicht auch bisschen was zu essen…

Ansonsten – stellt euch einfach vor, ihr habt eine Magen-Darm-Grippe (bzw. Krippe, um die Jahreszeit ^^), das trifft es recht gut.

Bin gespannt, wie es weitergeht. Notfalls hüpfe ich morgen zu meinem Hausarzt, der hat glücklicherweise dieses Wochenende Notarzt.

So… ich hoffe, morgen kann ich die nächste eklige Fortsetzung schreiben 😉 Zumindest, wenn euch das interessiert?

Morgen gehts los :)

Will heißen, morgen gehts mit dem Chemo los.

War heute in der dementsprechenden Klinik zur Besprechung. War tierisch aufgeregt, wusste ja gar nicht, was jetzt genau läuft und wie und bei wem… Dann hat es noch so toll angefangen – mitten in der Stadt im Berufsverkehr ging das Auto aus. Wieder an – raucht fröhlich vor sich hin… glücklicherweise hat selbiges dennoch überlebt und mich gerade noch pünklich abgeliefert (ok, 5 Min Verspätung, aber die zählen doch eigentlich gar nicht..).

Dann sogar den Weg gefunden ohne nachzufragen; rein in die Anmeldung. Blut abgenommen (ich hasse es immer noch!) und dann zur Onkologin. War eine sehr nette Frau, die Katzen mag – sehr sympathisch! Hat mir auch die Zeit gegeben, sie mit sämtlichen Fragen zu nerven, die mir eingefallen sind. Das ist für mich ziemlich wichtig; wenn ein Arzt nicht genug Zeit hat, Fragen zuzuhören, kann ich irgendwie kein Vertrauen finden..

Naja, zusammenfassend: Machen kann ich so gut wie alles, das Zeug hat wohl sehr wenig Nebenwirkungen; ich kann 5 Tage futtern und dann 3 Wochen Pause machen; einmal im Monat Blutkontrolle (damit nicht zu wenig Leukos rumtorkeln). Das Zeug ist, wie vermutet Temodal. Morgen kommt das Zeugs in der Apotheke an, dann werde ich es mal ausprobieren. Schon krass, wie teuer ein Patient wie ich ist – der Spaß kostet für diese 5 Tage immerhin 3 0o0 Euro! Oder anders ausgedrückt – mehr, als ich in meinem ganzen Leben je besessen hab… Wenn ich das für 8 Monate rechne und dann noch MRTs und OPs dazu… Schon ziemlich krass…

Nun ja, auf jeden Fall bin ich froh, dass ich nirgendwo eingesperrt werde oder ähnliche Scherzchen, da würde ich durchdrehen.. Mir fällt es ja schon schwer, länger als eine gewisse Zeit an einer Stelle zu leben, würde ich nicht raus dürfen, wäre ich total hinüber..

Nun ja. Auf jeden Fall bin ich recht motiviert und gespannt, wie sich das morgen so anfühlt. Und muss mir noch überlegen, wie ich die nächste Zeit rumbringe. Denn dieses Semester kann ich nicht mehr viel machen (außer für ein Fach zu lernen, das mich halt leider überhaupt nicht interessiert…), eine Arbeit findet man hier auch schwer (vor allem ohne Fachkenntnis, ohne körperliche Kräfte und ohne Nachtschicht..). Mal gucken, wie ich das hinbekomme…

Schicksal

Ein Artikel, in dem es über Schicksal gehen wird, über Optimismus und über Leben. Überleben.

Denn mich lassen die Gedanken nicht los, die seit heute morgen durch meinen Kopf wandern, nachdem ich in Sophies Blog geschaut hatte. Sophie ist eine Frau, zufälligerweise in meinem Alter, und hat auch Krebs. Und während der schönen Art ihrer Worte, die so bildlich mitfühlen lassen, kann man nicht übersehen, dass es um ihr Schicksal geht.

Denn jetzt? die Tage? über wird sie operiert und das ist keine der leichteren Alltags-operationen. Sie ist in Washington, bei einem Arzt, der sich wohl auch öfters mit ungewöhnlichen Fällen beschäftigt.  Es geht um Autotransplantation, um Risiko und die Frage, für welches der Risiken man sich entscheidet.

Was bringen hier noch die Sätze, ich finde die Worte nicht, um das auszudrücken, was ich fühle. Nur so viel: es bewegt mich und ich wünsche ihr von Herzen, dass alles gut geht, dass sie einfach mal mit ein bisschen weniger Belastung weiterleben kann, dass sie ihren Optimismus, ihre Lebensfreude noch  möglichst lange anderen zeigen kann. IHRE Art zu leben und zu fühlen ist außergewöhnlich.

Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr vielleicht eine Sekunde lang an sie denkt, wer weiß, vielleicht kann das ein ganz klein wenig Kraft geben..