Fitness

Ich habe es getan. Tatsächlich. Heute habe ich mich soweit überredet, mir einen Sportausweis sowie eine Zulassung zu den Sportgeräten zu holen. Und gleich  noch brav Sportschuhe (bzw. deren Billigvariante) und eine Sporthose (zumindest sowas ähnliches – was für grausame Artikel sind momentan in der Mode??). Und morgen soll es los gehen.

Wow. Ich bin immer noch leicht sprachlos. Früher habe ich gern Sport gemacht, jede Menge. Mit viel Leidenschaft und Ehrgeiz. Solange, bis ich mir das erste Mal die Schulter ausgekugelt habe und mehrere Wirbel luxiert. Dann war es das. Damals zerbrach ein Teil von mir und ich brauchte eine Weile, bis ich damit klar gekommen war. 10 Jahre ist das jetzt her. Und aus dem dünnen Mädel wurde die verkrüppelte Frau mit zu viel Sturheit, dem aufzugeben. Und aus den 100 Liegestützen wurden 0. Maximal 2.

Ab und an habe ich es dennoch probiert. Krankengymnastik an Geräten. Kraftsport fand ich immer langweilig, doch irgendwann kam der Ehrgeiz. Solange, bis meine Muskeln gelangweilt waren, aber ich aufhören musste aufgrund der elendig entzündeten Gelenken. Das ist inzwischen auch wieder 5 Jahre her. Seitdem ein paar Mal schwimmen gehen. Und sonst? Nichts. Und gedanklich schon allgemein davon dissoziiert, verbunden mit den Emotionen der Aufgabe.

Jetzt habe ich einen schrecklich untrainierten Körper, der Schwierigkeiten hat, den 6erPack Plastikflaschen Mineralwasser vom nächsten Supermarkt nach Hause zu tragen. Gefiel mir schon die ganze Zeit nicht, doch meistens folgte ich den Forderungen vieler Ärzte: Schonung. Doch was sich schon länger subliminal in mein schiefes Gehirn eingeschlichen hat, hat die Gelegenheit genutzt und ist der Radspur des Motorrades gefolgt.

Ist es nicht idiotisch, auf die Schonung der Gelenke zu achten, wenn einem vorgewarnt wird, dass man umso früher Arthrose erlangt? Wozu? Wozu, wenn man Krebs hat und nicht in das Alter kommt, in dem die Gelenke noch mehr stören? Mal ganz davon abgesehen, dass ein vernünftiges Training der Gelenke die Kapseln und Sehnen durchaus schonen kann, da dann die Muskeln einen Teil der Last übernehmen, wie wohl jeder Krankengymnast bestätigen kann.

Sicher, eine vernünftige Therapie bei einer genialen KGlerin hier, die eine Zusatzausbildung hat machen lassen, wäre noch besser. Aber ganz ehrlich – weder die Kosten noch der Aufwand ist momentan machbar. Ich müsste 2-4 Stunden in der Woche KG machen, berechnet über ungefähr ein Jahr. Welcher Arzt gibt einem schon jedesmal Überweisungen? Kann man vergessen. Und dann immer zu einem anderen laufen und darum zu betteln? Und wieder abgelehnt und zum nächsten und betteln? Nein, darin bin ich nicht gut. Dazu die Kosten (knapp 19 Euro für 6 Stunden), der Stress, der Termindruck.. Nein, das ist momentan unrealistisch.

Und dennoch – um gut im fahren zu sein ist eine gewisse körperliche Fitness notwendig. Also fange ich jetzt damit an. Erst mal sehr langsam und schonend, natürlich kein Training während der Chemozeit. Nur, dass ich es diesmal nicht als erzwungene Notlösung sehe, als logischen Zwang gegen sämtliche Gefühle; sondern als Weg, um meinen Traum zu erfüllen; als Weg, mir mehr Wege zu geben.

3 Kommentare zu “Fitness

  1. Jinlys sagt:

    Das klingt super! Finde ich gut, dass Du Dich entschlossen hast, das anzugehen. Ich weiß noch, als wir hier darüber gesprochen hatten und Du so bedauert hast, dass Du kaum noch Sport machst (machen kannst). Das wäre toll, wenn jetzt alles klappt! Ich drück die Daumen!

  2. katze sagt:

    Danke! =)
    Bin jetzt schon auf die Diskussion mit meinem inneren Schweinehund gespannt.. 😀

  3. […] ihr euch daran, wie ich von dem Plan erzählt habe, den Körper mal wieder zu ein paar Muskeln zu […]

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