Schule…

Ferienbeginn… Wenn man das so mitbekommt, denkt man doch automatisch an die alte Schulzeit.. Geht euch das auch so?

Für mich war die Schule schon immer relativ schrecklich. In der Grundschule war mir eigentlich nur langweilig, ich kann mich auch an praktisch nichts mehr erinnern. Und im Gymi fühlte ich mich einfach gefangen – und bin auch dementsprechend nicht hingegangen ^^ Hatte im Schnitt um die 50 Fehltage pro Jahr..

Aber es war wirklich nichts für mich. Aufstehen und hinsetzen auf Befehl, gehorchen ohne Kritik, auswendig lernen ohne denken. Wah, wie ich das gehasst habe!

Der schlimmste war ein Lehrer, den ich zarte 4 Jahre ertragen musste. Ein Typ im Rollstuhl, hochgradig gestört. So ein fanatischer, kranker Christ.. Weiß noch, wie er zu einem armen Jungen in der 7ten Klasse fuhr, sich vor ihm plazierte und ihn minutenlang anstarrte. Und ihm dann erzählte, dass er einen Pickel habe – und das toll wäre, denn es würde ihn vor zu frühen sexuellen Kontakten schützen… 

Ein anderes Mal erklärte er uns nach dem Tod eines ehemaligen Schülers (Autounfall, verbrannte unter einer Brücke), dass selbiger das verdient hätte, es wäre Gottes gerechte Strafe gewesen… Hochgradig gestört, der Kerl. Haben uns beschwert, mehrfach, aber der Direktor meinte nur, er könne ihn nicht feuern, so gerne er das auch täte…

Habe aber immerhin nur einen Verweis bekommen. Ich glaube, in der 9ten Klasse? Begründung: Lesen während des Deutschunterrichts. Hm…

Allgemein waren bei uns hauptsächlich die Schüler gut, die brav gelernt haben, aber nicht einmal kritisiert haben, nachgedacht oder auch einfach nur eine halbwegs realistische Sicht von der Welt hatten…

In der 10ten hatten wir eine Art Wochenendkurs. In meiner Gruppe erzählte ein Sozialarbeiter von seinen beruflichen Erfahrungen. Er fragte uns, wer von uns glauben würde, dass auch an unserer Schule Drogen konsumiert werden würden. Von den, ich glaube ungefähr 30 Leuten, meldeten sich genau 3. Der arme Kerl ist fast umgekippt vor lauter Unglauben dieser fehlenden Realität…

Nach der Umstellung des bayrischen Gymnasiums ist es ja noch abgedrehter… In der 6ten Klasse werden bereits Anfänge der Wahrscheinlichkeitsrechnung gebracht, immer mehr Stunden, immer mehr wird verlangt. Rein theoretisch ist die Struktur klasse, schließlich lernt man als Kind noch so viel leichter. Leider wird dabei nicht mit einberechnet, dass sehr viele Lehrer unmotiviert den Großteil der Kinder ignorieren, dass genug Kinder Schwierigkeiten in der Familie haben etc…

Noch grausamer: die 798 Rechtschreibreformen. Eine dieser idiotischen Ideen auf der Suche nach irgendeiner Reform, damit es so aussieht, als würde man irgendwas machen. Nur, dass es einem jegliches Gefühl für richtiges Schreiben genommen und verdreht hat, in jedem Buch wird anders geschrieben und manche Sachen sind einfach furchtbar. Wenn ich sehe, dass jemand z.B. Delphin mit f schreibt, ziehts mir sämtliche Zehen nach oben. Erst wird irgendwas zusammen geschrieben, dann auseinander, dann groß, dann klein..  Sprache entwickelt sich über Jahrzehnte hinweg, ich kann doch nicht einfach beschließen, das jetzt zu verändern, weil ich gerade nichts besseres zu tun habe..

Wenn Lehrer erst einmal ihren Platz haben, werden sie kaum noch überprüft, ich denke, jeder kennt einen oder mehrere, die ihre Machtposition ausgenutzt und missbraucht haben. Dazu vielleicht noch Familienprobleme, soziale Gruppeneffekte etc…

Nee, ich hab die Schule gehasst, fast jede Minute. Zu viel Einengung, zu viel Beschränkung, zu viel Zwang.

Wie ging es euch damit?

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4 Kommentare zu “Schule…

  1. Wuestenrot sagt:

    Für mich war die Schulzeit… zwiegespalten. Damals war ich lieber in der Schule als zu Hause. Ich habe oft Freistunden in der Schule verbracht, bzw. in der Gegend der Schule, weil ich noch nicht nach Hause wollte, weil es einfach ein angenehmerer Platz war. Dort hatte ich Freunde. Dort war’s okay. Als ich zu meinem Vater zog und die Schule wechselte hat sich das geändert. Zu Hause war es nicht mehr so schlimm und trotzdem bin ich oft freiwillig in der Schule geblieben. Dort hatte ich weniger Freunde, lange Zeit gar keine. Aber ich war lieber mit mir selbst alleine.

    Ich hatte aber auch nie so richtig abgefuckte Lehrer, wie du es beschreibst. In der Gesamtschule waren sie alle sehr offen, haben moderneren Unterricht gemacht, waren engagiert. Am Gymnasium nicht mehr so sehr, da gab es eine, die hab ich gehasst, ich hasse sie immernoch. Es beruhte auf Gegenseitigkeit und sie war einfach ne echt miese Lehrerin, auch mit dem Hintergrundwissen, dass ich heute durch mein Studium habe. Sie hat so ziemlich alles falsch gemacht was ein Lehrer falsch machen kann. Aber das war nur eine von vielen. Richtig gute Lehrer hatte ich am Gymnasium eigentlich keine. Die waren alle in der Gesamtschule. Die hatten menschlich was drauf. Ohne die hätte ich niemals mein Abitur bekommen, ohne die wäre ich noch viel schlimmer abgestürzt. Damals. Ich verdanke ihnen wirklich viel.

  2. anguis sagt:

    Dein Rollstuhl-Lehrer hat nicht zufällig englisch unterrichtet?

  3. katze sagt:

    @Wüste: ja, man vergisst zu oft, dass die Persönlichkeit des Lehrers durchaus von Bedeutung ist! Vor allem, wenn man kaum Respekt vor so vielen haben kann.. Hatte genau 3 Lehrer, vor denen ich Respekt hatte und da habe ich auch recht schnell Interesse am Stoff gefunden, weil sie sich halt auch Mühe gegeben haben und so…

    @Anguis: puh, das weiß ich nicht. Ich hatte ihn in Latein, ich weiß aber, dass er vorher noch eine zweite Sprache hatte, aber das durfte er nicht mehr. Sein Nachname fing mit L an?

  4. anguis sagt:

    Noe, Glück gehabt 😉

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