Thomas Gurrath, Debauchery Part III

Ihr erinnert euch? Der Death-Metaler, der beruflichen Ärger wegen seiner musikalischen Leidenschaft hat?

Hier ist ein sehr schöner Blogeintrag, der von einem Nicht-Metaler geschrieben wurde, und damit auch etwas neutraler sehen kann als ich. Und nebenbei schreibt er besser 😀

Debauchery hat übrigens auf ihre Art und Weise geantwortet – und eine Coverversion von Alice Coopers Lied „School’s out“ veröffentlicht 😀

Debauchery – School\’s out – Alice Cooper Cover – YouTube

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Blauer Fleck II, Wochenende & Co.

 

Nun ja. Dank dem Tip einer Freundin habe ich mir Heparin gekauft, wenn auch nur ne 60 000 (180 000 hätte erst bestellt worden müssen und wäre mir auch zu teuer – umgerechnet 4 Arbeitsstunden…(!)) und das Zeug hilft wirklich! Es ist schon lange nicht mehr so schmerzhaft, beim laufen nur noch ein bisschen, klasse!

Ich hoffe nur, dass es aufhört, größer zu werden…

Ansonsten war ich Freitag mal wieder zu lange weg, zu viele Bier inklusive (*aua*), aber Samstag habe ich mir einen tollen Nachmittag im Schwimmbad gegönnt, mit einem guten Freund von mir, inklusive Sauna und danach Essen gehen. Gute Entscheidung, fühle mich schon irgendwie besser, so erholt und so…

Naja, später muss ich noch arbeiten, eventuell ins Kh (eines der Kinder meiner Familien ist im Kh aus recht unerklärten Gründen, was das ist, weiß ich nicht, aber es klingt nicht gut – 2 Wochen Überwachung wegen „irgendwas“ im Halsbereich…). Und sonst verbringe ich meine Zeit damit, mich zu freuen – in einer Woche gehts los zum Urlaub! Yeah! *rumhüpf und freu*

Begabung

Oh ja, so eine habe ich.

Nämlich die Begabung, wie es eine Freundin von mir kommentiert hat, immer aufzuspringen und mit den Händen zu wackeln, wenn sämtliche Gottheiten danach fragen, ob man Blödsinn bauen will, Pech zu haben oder ähnliches, und dabei sehr laut „HIER“ zu schreien.

Das hab ich irgendwie auch gestern geschafft. Habe mich angehauen. Nichts dramatisches, einfach mal so, dank meiner genialen Verplantheit.

Gut, dass ich einen blauen Fleck bekomme, wundert mich auch nicht, vor allem, weil ich vom zeitlichen Abstand vom letzten Chemo vermutlich eh gerade zu wenig Thrombozyten habe.

Also ignoriert und gut ist.

Aber so langsam mache ich mir doch ein wenig Sorgen.. Gehört das so??

Verdammt, und Montag hab ich wieder Motorrad…

Nicht genug

Wieder einer dieser Tage. Ein Tag, an dem ich rumsitze und meine Gedanken sich kreisen und immer dasselbe, immer wieder und wieder und wieder.

Nicht genug.

Sagt dieses Wesen, dass sich Ich nennt.

Nicht genug von allem.

 

Wieder ein Tag, an dem ich nicht viel geschafft habe, nicht genug geschafft habe. Außer, die Gedankenteile zusammenzupuzzeln, auseinander und wieder zusammen und immer fehlt irgendwo ein Teil.

Nicht genug.

Meine Wörter verändern sich, meine Reaktionen, ich selbst.

Überempfindlich.

Bei jeder Kleinigkeit fühle ich mich direkt, in meiner Seele betroffen, denke nach, ob ich damit gemeint bin. Mag nicht mehr viele Leute sehen, nicht mehr reden. Wozu auch. Die Worte langen nicht.

Nicht genug.

So viele Träume in mir, so viel von allem und nichts davon kann ich leben. Und genug Realität, um das immer wieder zu erkennen.

Nicht genug.

Nicht genug, was ich zurückgeben kann. Ich werde nicht gebraucht. Wirtschaftlich wie sozial bin ich ein Negativ, ein riesiges, unerbittliches Minus, das in meinem Kopf kreist.

Nicht genug, nicht genug Sinn, grundsätzlich, an dem allem. Wozu. Macht es einen Unterschied, ob jetzt, ob in 2 Jahren oder in 5? Außer, dass ich der Krankenkasse und damit letztendlich der Gesellschaft verdammt viel koste, dass ich anderen, heilbaren Leuten die Zeit der Ärzte wegnehme?

Es gehört zum Kreislauf, Dinge weiterzugeben. Irgendwie empfange ich nur, kann nichts zurückgeben, das ist furchbar.

Nicht genug.

 

Immer mehr drehe ich mich um mich selbst, verliere mich, verliere das, was ich mal war.

Gehe weg, nein, ich möchte nicht reden, aber danke. Nicht genug Worte dafür, nicht genug Fühlen oder zu viel davon.

Nicht genug.

Nicht genug von mir.

Kinderherzen

Ich weiß, es ist gemein und ethisch-philosophisch auch nicht gerade glorreich…

Aber ich kam heute, sah, dass nur 3 der 5 Kinder da waren und die Eltern erzählten mir, dass die anderen beiden ihre leibliche Mutter besuchen würden.

Und dann erzählten sie mir, dass die Älteste, als sie bemerkte, dass ich später kommen würde, geweint hatte und meine, sie würde lieber mich sehen… ♥

Gemein, vor allem der Mutter gegenüber, aber irgendwie ist mein Herz doch ein Stückchen gehüpft… *snüff*

Festivals und Schwerbehinderte

Bei diesen Festivals habe ich das erste Mal die Möglichkeit genutzt, meinen Behindertenschein vorzuzeigen und damit auch die für uns gemachten Podeste zu benutzen.

Ungewohnt. Wirklich. Ab und an kommt man sich vor, als würde man angestarrt werden, als würde man nicht dazu gehören, weil man es nicht sehen könne…

Nun ja. In Wacken war es toll. Superfreundliche Leute, viel Achtung voreinander. Das hat mir richtig gut gefallen. Ich musste, wie üblich, meinen Ausweis zeigen und konnte dann mit einem Begleiter hoch. Geniale Sicht und, noch viel wichtiger, die Möglichkeit, sich hinzusetzen. Habe mich mit einem dort sehr gut unterhalten (ein halbes Weltwunder, aufgrund seines Berufes kannte er den Ausdruck Ehlers-Danlos-Syndrom), war echt lustig. Sein Bruder, wenn ich mich recht erinnere, war wegen Schäden an der Wirbelsäule im Rolli.

Im Summerbreeze war es auch sehr lieb, nur zwischendurch irritierend –  ich wurde mehrfach darauf hingewiesen, dass der Bereich für Rollis ist, und ich, falls es zu voll werden sollte, den Raum verlassen müsse. Keine Ahnung, ob das grundsätzlich so gemacht wird, oder nur bei mir, weil ich sozusagen nicht krüppelig genug aussehe…

Insgesamt glaube ich, es gibt 2 Sorten von Begleitern: einmal die, die sich wirklich lieb um den anderen kümmern, oft waren es Beziehungen, und das waren auch die, die immer wieder geguck haben, ob hinter ihnen jemand nicht genug Sichtfeld hat oder sich direkt hinten an den Rand gestellt haben. Und dann eben die andere Sorte: schnell hochschieben, dann sich mit feiern beschäftigen und sich am besten genau in die Mitte stellen. Nun ja…

Bei den anderen Leuten mit Behinderung war ich sehr positiv überrascht. Hatte mehrfach gehört, dass eine Art verdrehte Konkurrenz vorherrscht, der, dem es schlimmer geht, hat gewonnen. Das war gar nicht der Fall! In Wacken hab ich mich echt toll unterhalten (wir haben dann noch zu viert uns zusammengesetzt und gemütlich Bier getrunken und gelabert) und im Summerbreeze war es auch so, dass immer wieder einige geschaut haben, ob ich auch sehe (hab mich immer in eine Ecke gesetzt, ganz entspannt), einer hat mich ganz lieb an seinem Met mittrinken lassen (*yam*), das war super.

Und vor allem ist gerade das ein Festival, bei dem sich die Schmerzen wirklich in Grenzen gehalten hat (wenn du dir schon mal ein Gelenk entzündet hast, weißt du, wie sich das anfühlt..), nur es stellt sich immer mehr heraus, dass ich mich endlich mal mit der Wirbelsäule beschäftigen sollte.. Aber egal. Also durchgehend positiv!

Das einzige, was mich schockiert hat, war in Wacken… Dort standen wir unten und der eine ist aus seinem Rolli aufgestanden und schnell zu den Dixieklos, die ja direkt dort standen. Zufällig wusste ich ja, dass er gerade mal ein paar Schritte gehen kann. Labert uns nicht so ein Vollidiot von außen an, dass wir alle nur faken würden, dass wir sozusagen keine „echten“ Schwerbehinderten sind.. Das hat mich wirklich wütend gemacht… Ich habe ja teilweise echt ein schlechtes Gewissen, wenn ich die Möglichkeiten ausnutze, aber gerade jemand im Rollstuhl, das stelle ich mir nicht unbedingt einfach vor, mit all den Sachen im Alltag…

Naja, und in Wacken war das Problem, dass der Bereich für Schwerbehinderte zu klein war, sehr viele haben dort keinen Platz gefunden. Einen im Rolli haben sie wohl sogar ein paar Kilometer weit fahren lassen! Allerdings interessiert mich das in Zukunft nicht, Wacken ist mir zu groß geworden, zu viele Idioten, die halt davon gehört haben etc…

Dennoch, ich freue mich, dass dort auf uns eingegangen wird, viele hätten ohne wohl kaum die Möglichkeit, die Bands zu sehen, von der allgemeinen Festivalstimmung ganz zu schweigen. Und wer weiß, vielleicht gewöhne ich mich irgendwann an das Gefühl, irgendwo dazwischen zu sein, gesund aussehend, krank sein…

Summerbreeze

Ja, ich weiß. Ich schreibe zu wenig und zu selten und überhaupt. Allerdings hat mich auch noch niemand geschimpft, also kann es ja gar nicht so schlimm sein 😉

Eigentlich habe ich auch jede Menge zu berichten, aber irgendwie komme ich einfach nie dazu…

Und jetzt wartet erst mal das nächste  Festival, gleich gehts los zum Summerbreeze! Und tollerweise ist auch ein wenig Sonne rausgekommen….

Ich hoffe, ihr genießt das Wochenende genauso wie ich!