1. Arbeitswoche

Und die erste Woche Arbeit ist überstanden.

Anstrengend war es… Die ersten 3 Tage waren die Hölle. Kreislauf hat ständig gesponnen, keine Ahnung, wie oft mir schwindlig war (hab einmal mitgezählt, aber nach dem 7ten Mal wurde mir es zu doof ^^), Knie und Rücken am motzen, zittern.

Aber die letzten beiden Tage waren schon viel menschlicher. Ich merke, dass ich langsam weiß, wie ich wo effektiver arbeiten kann, mit welchen Strukturen ich besser vorankomme.

Chefin sagt, die Sauberkeit passt auf jeden Fall, nur das Tempo ist noch nicht gut genug.

Und ich weiß jetzt schon, welchen Part ich am meisten hasse…. Liebe Ärzte, wenn ihr mal wieder in einem OP-Raum steht, schaut euch mal an, was alles Räder hat. Von Stühlen bis zum OP-Tisch. Die müssen auch geputzt werden! Mehrmals pro Woche! Aaaaah!

(Ach, und wenn ihr lieb zu euren Putzfrauen sein wollt: es ist nicht nett, bei einem Abfalleimer, bei dem das Plastikzeugs runtergerutscht ist, irgendwas mit viel Jod reinzukippen, so dass sich alles wunderschön verteilt… -.-)

 

Nun ja. Inzwischen habe ich mich halbwegs an den Job gewöhnt, auch an die Leute und ich muss sagen, es tut mir gut. Es ist einfach schön, das Gefühl zu haben, endlich wieder was Sinnvolles tun zu können. Eine Zeitstruktur zu haben. Erschöpft nach Hause zu kommen und zu wissen, dass man die richtige Entscheidung getroffen hat.

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Job

Tatsächlich. Ich habe endlich einen Job gefunden…

 

Heute früh Besprechung mit dem Chef, ein sehr sympathischer Arzt. 8 Wochen Probezeit, danach Festanstellung. Beginn am Montag.

Ok, klar, ist nur ein 400-Euro-Job, was für mich heißt, dass es bis Ende März noch bissl Kohle ist und danach eher eine Art ironische Freizeitbeschäftigung, denn dann behalte ich für 40-60 Stunden Arbeit ungefähr 120 Euro. Aber immerhin!

Montag geht es los… Ab dann an jedem Wochentag 2-3 Stunden putzen.

Und Sport erspare ich mir damit auch ^^

 

Aber die absolut genialste Ironie finde ich an der Arbeitsstelle. Jaha, ich putze dann die OP-Räume einer ambulanten Neurochirurgie…. *kicher*

Motivation

Motivation bringt einem oft mehr Energie als alle möglichen körperlichen Aspekte. Entweder von außen (z.B. Geld nach guten Zeugnissen) oder von innen, wenn man sich selbst etwas gönnt. Von intrinsischer und extrinsischer Motivation spricht man da…

Na, im Krebsbereich hapert es ein wenig mit der extrinsischen Motivation.. Logischerweise ^^ Und die intrinsische ist auch… nun.. man könnte es schwierig nennen…

Nach meinem letzten OP habe ich mir meine eigene Motivation gemacht. Und habe mir einen Termin für die nächste Tätowierung geben lassen. War dann ein-, zweimal dort, um das Motiv zu besprechen (wie bei guten Tätowierungen üblich, natürlich ein Unikat mit Bedeutung), habe also gesagt, was ich wie haben möchte und so wurde es gezeichnet.

Meine Tätowiererin ist sehr gut und auch relativ bezahlbar, was leider den Effekt hat, dass die Durchschnittswartezeit auf einen Termin bei circa 1-2 Jahren liegt, je nach Größe und Aufwand des Tattoos.

 

Und am Freitag war dieser Termin, endlich… Aufgeregt war ich! Aber sehr positiv überrascht – es war lange nicht so schmerzhaft wie die letzte Tätowierung! Ok, hatte es auch weniger schlimm erwartet, denn diesmal war es am Arm, das letzte Mal an der Seite. Aber ich hätte keinen so starken Unterschied erwartet….

5 Stunden war ich insgesamt gesessen (das letzte Mal waren es drei Stunden und danach war ich komplett fertig…) und es war relativ entspannt. Klar, gegen Ende doch ab und an ein wenig empfindlich, aber durchaus machbar. Und bin total begeistert! *rumhüpf und kringelig freu*

Jetzt warten wir, bis es verheilt ist und dann werden vielleicht ein paar Kleinigkeiten nachgestochen und eventuell kommen noch ein paar Farbaspekte zu sehen, das haben wir noch nicht entschieden.

Werde gleich ein Bild reinstellen, aber mit Passwort. Wer es sehen mag, mich einfach anschreiben. Möchte halt nicht, dass Unbekannte das sehen und vll. sogar klauen können, aber die, die hier ab und an reinschauen und kommentieren, die können gerne das PW haben.

Immer noch.

Joa. Bin immer noch krank, deswegen nicht allzu viel online. Das geht mir so tierisch auf den Keks… Bin jetzt schon 3x nicht weggegangen, sondern lieb und brav daheim geblieben, in der Hoffnung, dass der Körper sich dementsprechend bedankt, aber nein…

Und morgen probearbeiten, als Putze. Juhu. Kommt bestimmt gut rüber, gleich total verschnieft dort aufzutauchen..

 

Aber… gestern hatte es hier seit Ewigkeiten endlich wieder Sonne! =)

Wie ich das vermisst habe! Habe es geradezu in mich aufgesogen… Boah, wie ich Winter hasse… Hoffentlich kommt heute auch ein wenig Sonne vorbei… Dann bräuchte ich nur noch jemanden, der zufälligerweise Motorrad fährt und mich mitnehmen würde… Freiwillige? 😀

Schon wieder….

Ja. Ich bin schon wieder krank. Das geht vielleicht aufn Keks…

 

Die Grippe war recht schnell erledigt, zwar eklig, aber nach 2 Tagen Nahrungs- und Flüssigkeitsverweigerung haben die Viren beschlossen, dass es sich nicht lohnt.

Gestern hat dann der Hals angefangen zu kratzen. Und jetzt hänge ich schon wieder rum – Kopfweh, Lymphknoten angeschwollen, Nebenhöhlen motzen, atmen tut weh… Das nervt! Wirklich…

Vor allem nerve ich damit auch mein Umfeld ^^

Um ehrlich zu sein, bei solchen harmlosen Sachen jammere ich alle zu und will ausführlichst bemitleidet und umsorgt werden 😀

Aber ist ja auch wirklich nicht nett – noch keine Woche in diesem Jahr und schon zweimal krank, das muss man erst mal schaffen…

Und heute Abend ist auch noch Kickerturnier, da mag ich eigentlich schon mitmachen…

 

Ansonsten aber auch gute Neuigkeiten – 2 Bewerbungen, bei einer habe ich nächste Woche probearbeiten (wäre immer 2h putzen pro Tag, abends) und im nächsten Monat eventuell eine Besprechung mit einer Familie, Kinderbetreuung an zwei Vormittagen. Das wäre natürlich auch klasse… Naja, ich mache mir noch nicht zu viel Hoffnung…

Januar

Der erste Monat im Jahr und schon wartet einiges auf mich. Eigentlich wollte ich ja schon ganz am Anfang brav schreiben, aber diese Grippe (oder was auch immer, hatte es schlimmer in Erinnerung – oder Chemo hat mich abgehärtet) hat das ein wenig verzögert. Jetzt bin ich wieder so ziemlich gesund und von daher…

 

Nun ja. Auf jeden Fall wird der Monat spannend. Und teuer.

Denn Ende nächster Woche habe ich endlich meinen Termin für meine Tätowierung! =)

Ich freue mich so sehr darauf, im Oktober 2008 (!!) habe ich den Termin ausgemacht und da den ersten freien genommen… Ist zwar eine teure Angelegenheit, aber es lohnt sich… Ich liebe Tätowierungen! Zumindest die, die ein gewisses Niveau haben, sei es auf künstlerischer und / oder emotionaler Ebene.

Diese hat für mich einiges an Bedeutung – es war eine der Motivationen, Chemo durchzuhalten; es ist auch eine Art, die ganze Krebsgeschichte zu verarbeiten. Mal ganz davon abgesehen, dass man wirklich süchtig wird, wenn man das erste Mal damit angefangen hat. Bis jetzt konnte ich mich allerdings noch davon abhalten, irgendwas spontanes reinstechen zu lassen ^^

Wobei mir da einfällt – das hatte ich ja irgendwie gar nicht erwähnt – im Dezember hatte ich mir auch neue Piercings machen lassen, ein Industrial und ein Helix. Will heißen, durch die oberen Ohrknorpel 3x durchgepiekst und eines kann ich versichern – das tut wirklich sakrisch weh. Vor allem das Industrial. Lippe zb ist nichts dagegen. Laut einer Freundin ist es auch viel schlimmer als Brustwarze…  Eigentlich logisch, schließlich ist hier kein harmloses Gewebe, sondern auch die Knorpel, die durchbohrt werden. Aber mir gefällt es, bin gespannt, wann es verheilt ist…

 

Außerdem wartet ein spannender Arzttermin auf mich – in der Onkologie in Heidelberg. Laut Gerüchteküche werden dort inzwischen auch Astrozytome unter bestimmten Bedingungen behandelt (das war vor meiner Chemo noch nicht der Fall) und somit habe ich da nachgefragt und gleich einen Termin ausgemacht. Da wird zwar sicherlich nicht allzu viel passieren, aber nachdem keiner so recht weiß, wie es jetzt weitergehen soll, würde mich eine zweite Meinung doch interessieren…