Schmerzen – Medikamente II

Nachdem unerwarteterweise eine interessante Diskussion zum letzten Artikel entstanden ist, hier noch ein paar Sätze.

THC:

ToWi hat zu THC geraten (willkommen hier im Blog, btw!). Das lehne ich ab. Liegt einfach daran, dass ich schlechte Erfahrungen damit habe. Ja, ich muss zugeben, als ich noch jung war, in den guten alten Zeiten (;D) habe ich auch mal ein wenig … probiert. Natürlich wurde mir das nur untergemischt, ohne es anzufassen, war also weder Besitzer noch Eigentümer… ^^

Die Wirkungen haben mir allerdings gar nicht gut gefallen. Kein Wunder, mit zu niedrigem Blutdruck und Herzrhythmusstörung gibt es da nun mal ein paar … Nebenwirkung. In der Hälfte der Versuche habe ich schlicht und einfach gar nichts gemerkt außer Schwindel. In der anderen Hälfte vor allem Übelkeit, Dissoziation, Müdigkeit und Panik; worauf ich nicht unbedingt scharf bin. Komplett gelassen habe ich es, nachdem mir irgendein „Freund“ irgendwas untergemischt hat und ich für ca. 2h bewegungsunfähig war – rumliegend, in Panik und mit dem Gefühl, dass der unregelmäßige Herzschlag vielleicht 2x pro Minute auftritt. Urks. Nein, danke…

Ibuprofen:

Soll gut sein, fällt bei mir aber weg – bin allergisch drauf.

Kombi mit Alk:

Vielleicht habe ich das ein wenig falsch rübergebracht. (@Sue: Es tut mir leid, das zu lesen, wie es dir da geht… *unbekannterweise umärmel* Respekt, dass du so offen damit umgehst!)

Ist nicht so, dass ich da wild rumexperimentiere, das einzige, was ich da hatte, war Alk mit Antibiotikum (was alkoholverstärkend wirkt – hatte aber nur schlicht und einfach vergessen, dass ich was genommen hatte) und eben mit Novamin. Und das nehme ich zwar nur sehr sporadisch, meist alle paar Wochen bis Monate, aber halt schon seit keine Ahnung wie vielen Jahren. In der normalen Dosis ohne Alk hat es bei mir eine schmerzlindernde Wirkung für vielleicht 2-4 Stunden. Mit Alk drückt es den Kreislauf runter und ist einschläfernd, mehr nicht. (Was nicht heißt, dass jemand anders das ausprobieren sollte! *vorsichtshalber dazu sag*)

TCM / Akupunktur:

Habe ich noch nie probiert. Einerseits, weil ich ganz einfach Panik vor Nadeln (danke, Herr Kinderarzt…) habe, das ist nicht sehr entspannend. Andererseits, weil die wissenschaftliche Meinung dazu recht… umstritten ist und nebenbei selten von der Krankenkasse bezahlt wird.

Yoga/ Meditation:

Tatsächlich habe ich eine ganze Zeit lang meditiert. Allerdings war es nicht so mein Ding. 1. hab ich davon mehr Schmerzen bekommen – egal, wie ich sitze, irgendwann tut es weh, außerdem schlafen mir dabei ständig die Füße ein. 2. hat es nicht so wirklich viel gebracht, von daher…  Was das körperliche angeht – habe meist 1-2 Physiostunden pro Woche, muss ständig auf die Haltung achten, ständig mich damit befassen – mir würde es eher gut tun, da Pause zu machen!

Opioide:

Habe ich noch nie ausprobiert. Also, außer Tramal, was ja, wenn ich mich recht erinnere, chemisch zwar dazu gehört, aber nicht von den Wirkungen her. Allerdings würde ich das halt noch gerne ein wenig verzögern, man muss ja nicht gleich mit den Hardcorevarianten anfangen…

Anästhesist: 

Tatsächlich war ich schon mal bei einem, wegen den Kopfschmerzen. Der stand auf lokale Anästhesie. Und glaubt mir, das Gefühl, eine Spritze in die Schläfe zu kriegen, ist wirklich widerlich. Urks. Kurzfristig hat es zwar geholfen, langfristig nicht, vom emotionalen Stress mal ganz abgesehen.

Aber ja, ich gebe euch recht, ich sollte mir mal wieder einen suchen…

chronische Schmerzen:

Hm. Klar, Schmerzen sind nicht so prickelnd. Allerdings sind chronische Schmerzen ja nicht dasselbe wie akute, plötzliche. Ein gebrochener Arm tut beispielsweise nicht unbedingt sehr weh, aber das Ereignis, was dazu geführt hat, kann ja durchaus einen Schock verursachen oder zumindest Stress.

Chronische sind (zumindest bei mir) meistens nicht unbedingt dramatisch, wenn man sich nur ein paar Minuten oder ein, zwei Tage anschaut. Die Dauerbelastung ist der Punkt, der schwierig wird. Nur irgendwann bekommt man eine ganz andere Beziehung dazu. Ein Schmerz ist primär ein Signal, das wir rein instinktiv als negativ bewerten. Diese Bewertung kann man unter bestimmten Umständen verändern. Und oft erkannt man sie gar nicht mehr, muss erst bewusst nachfragen, um sie überhaupt zu erkennen. Damit kann ich, solange sie einen bestimmten Punkt nicht übertreten, damit leben. Es kostet Kraft, ja, es vermindert die Leistung und die Belastbarkeit, aber man ist immer noch man selbst.

Das ist der Punkt, den ich bei Schmerzmedikamenten nicht leiden kann. Es verändert die Sinne, die Psyche, einen selbst. Ich denke nicht, dass das unbedingt was mit veralteten Ansichten oder Sturheit zu tun hat. Solange ich nicht im Bereich Palliativmedizin bin, bevorzuge ich es, dem Körper mehr Schmerzen ertragen zu lassen und dabei ich selbst zu bleiben. Denn ich, mein Wesen, meine Persönlichkeit sind mir wichtiger als die Belastung durch den Körper.

Was meint ihr dazu? Wie stark sind die Nebenwirkungen im Bereich Psyche bei euren Erfahrungen?

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7 Kommentare zu “Schmerzen – Medikamente II

  1. dreamsandme sagt:

    Hallo Katzi,

    also ich geh gern so durchs Leben ohne Tabletten. Nur manchmal, wenn ich schon in der Früh denke, dass jemand durch meinen Kopf gelatscht ist (mit Spikes) und mit meinen Knochen Mikado gespielt hat, dann nehm ich was. Durch die Medikamente, die ich eh schon nehmen muss, merk ich wie meine Denkleistung abfällt und durch andere Mittel dann noch mehr. Blöd und schmerzfrei oder Schmerz und noch ich?! Mal so, mal so. Ich glaub, wenn man gut drauf ist, dann hält man auch viel mehr aus als an „schwachen“ Tagen.

    Liebe Grüße dalass!

  2. Sue sagt:

    Hallöchen;

    heute weiß man, dass chronische Schmerzen der Körperchemie mehr Schaden zufügen, als Schmerzmittel. Dazu gibt es jede Menge ausführliche wissenschaftliche Untersuchungen.

    Schmerzen aushalten, ist absolut ungesund und veraltet.

    Schmerzmittel sollten aber gezielt und am besten in Absprache mit einem Schmerzmediziner (nicht automatisch auch ein PalliativDoc!!) eingesetzt werden.

    Ich nehme ja nun schon geraume Zeit Targin, was ein Morphin ist. Veränderungen meiner Wahrnehmung oder an mir selbst, konnte ich keine feststellen und meine Umwelt auch nicht. Auch die modernen Morphine sind nicht mehr das, was man von früher her darüber gehört hat. Das Entscheidende ist eben, genau das richtige Mittel, in genau der richtigen Dosierung zu finden. Dann sind die Schmerzen besser oder weg und ansonsten hat man keinerlei Veränderungen.

    THC-Tropfen, also Dronabinol, haben eben genau diese Wirkung die den Blutdruck verändert und die Wahrnehmung, nicht. Alle Stoffe die zu der bei Kiffern beliebten Wirkung führen, sind nicht enthalten. Damit wird eben auch der Mißbrauch eines Medikamentes verhindert. Ich hätte auch überhaupt keine Lust, ständig mit zugedröhnter Birne unterwegs zu sein, schätze die Wirkung des Dronabinols, aber sehr.

    In den meisten grösseren Krankenhäusern gibt es inzwischen eine Abteilung für Schmerzmedizin. Ich war in solch einer Abteilung bereits vor dem Krebs in Behandlung, wegen rheumatoider Arthritis und Bandscheibenvorfällen.

    Die Schmerzmedizin ist in dieser Form noch recht neu und da gibt es ganz grundlegend verändertes Wissen im Gegensatz zur früher. Ich als alte Krankenschwester, mußte da auch ganz viel dazulernen. Ich habe auch zu den `Aushaltern` und ´Ertragern´ gehört 🙂

    Mädels: Morphine machen nicht blöd !!! Ich bin noch immer Ich.

    Lieben Gruss sue

    • dreamsandme sagt:

      Weiß ned, bin totaler Schisser was die Herabsetzung der anderen Medikamente betrifft. Man weiß da so wenig, drum trau ich mir weder meine verschriebenen Antidepressiva noch meine Betablocker nehmen. Einmal hab ich ja geschrieben, ich nehm Aspirin, dann kam der Hinweis, dass man die mit Tamoxifen nicht nehmen soll. Mittlerweile trau ich mir nur Ibu, und auch nur wenns wirklich nimmer geht und dann mit schlechtem Gefühl. Es gibt zwar viele, die sich mit Schmerzmitteln auskennen, aber mit Wechselwirkungen? Alle Ärzte sagen nur „schadet nicht“. Jaja…ich trau mich nicht…

      Sorry Katzi fürs Reinquasseln und Rumjammern! 🙂

    • Chaoskatze sagt:

      Dronabinol würde für mich schon wegfallen, weil ja als stärkste Nebenwirkung die Appetitsteigerung drin steht – und ich habe keine Lust, mich zu verdoppeln…

      Morphine habe ich noch gar nicht probiert. Ich glaube auch nicht, dass es einen sofort verändert oder so.
      Aber ich kann mir beim besten Willen auch nicht vorstellen, dass man überhaupt keine Nebenwirkungen hat…

  3. Carpe tempus! sagt:

    @Sue Danke für den Kommentar. Tut gut, das zu lesen! Ich hatte anfangs schon Probleme, als mir der Doc Novalgin aufgeschrieben hat für die Kopfschmerzen nach der Faslodex-Spritze. Ist ja verschreibungspflichtig, spukte durch meinen Kopf. Das machte gleich den „es wird immer schlimmer“-Gedanken in meinem Kopf. Frei nach dem Motto, so fängt der Verfall an, das sich schon solche Medikamente brauche … Was natürlich Schwachsinn ist … aber es hat trotzdem gedauert, ehe ich das akzeptiert habe, das zu nehmen.

    • chaoskatze sagt:

      Hm, das war mir oft egal. Aber ich habe fast immer den Nebeneffekt, dass ich auf das erste Mal sehr stark und überempfindlich reagiere und bei den folgenden Malen kaum noch und recht fröhlich erhöhen muss, das ist… unpraktisch ^^

      Edit: das war natürlich ich ^^

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