Selbsthilfegruppe

Wenn wir schon dabei sind…

Ich bin dabei, eine Selbsthilfegruppe für Betroffene und Angehörige im Bereich Hirntumoren und -metastasen zu öffnen.

Eigentlich schon länger, leider sind immer wieder Dinge dazwischen gekommen, organisatorische oder private. Jetzt wird es aber definitiv durchgezogen! Der erste Termin ist ausgemacht, der Raum festgelegt. In den nächsten Tagen werden einige Prospekte ausgehängt. Außerdem wird hoffentlich irgendwann der dafür gemachte Blog bekannt.

Ich bin ja so gespannt, wie das wird… Bin ja nicht gerade gut in organisatorischen Dingen – mal ganz davon abgesehen, dass ich zu den Leuten gehöre, die, gelinde gesagt, etwas eigenartig sind. Keine Ahnung, wie viele Leute kommen werden, mit welchen Interessen, Wünschen…

Und so schaut der Zettel aus, den ich aushängen werde…:

Um ehrlich zu sein, ich habe schon ein wenig Panik vor diesem ersten Tag. Bin nicht gut darin, vor Leuten zu reden, mal ganz davon abgesehen, dass ich mich nicht so gut vorbereiten kann, wenn ich nicht weiß, wie viele Leute kommen, welchen Alters, was für Wünsche…

Mal ganz abgesehen davon – sollte es wirklich klappen, wird es sicher auch Zeiten geben, die schwer sind. Denn mir ist bewusst, dass ich mich dementsprechend oft mit schwierigen Themen auseinander setzen muss. Leute kennen lernen, Schicksale kennen lernen. Ich weiß nicht, ob ich für sowas geschaffen bin. Nur: wenn ich es nicht mache, wer dann? Irgendjemand muss ja mal damit anfangen…

Ich denke, mir hätte es geholfen, wenn ich damals jemanden gehabt hätte, der mir von seinen Erfahrungen hätte erzählen können, persönlich. Wenn man sich bei Leuten ausheulen kann, die wissen, was man meint; und bei denen man nicht automatisch überlegt, ob man ihnen das und das erzählen darf, ob sie sich sonst zu viele Sorgen machen etc etc…

Nun, wir werden sehen. Ich denke, einen Versuch ist es wert!

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10 Kommentare zu “Selbsthilfegruppe

  1. Franzi sagt:

    Die Idee ist großartig!
    Ich finde es toll, dass du die nötige Kraft dafür aufbringst, auch wenn du zur Zeit noch ein wenig zweifelst. Die Selbsthilfegruppe ist nicht nur dafür da, dass du Menschen auffängst, sondern auch dafür, dass du aufgefangen wirst.
    Ich bin fest davon überzeugt, dass du die Idee wunderbar umsetzen wirst.
    Ich persönlich würde erstmal gar nicht so viel planen. Die Menschen, die dort hinkommen, werden schon die Richtung vorgeben und die Gruppe wird sich eigenständig entwickeln.
    Ich wünsche dir ganz viel Glück bei diesem Projekt, viel Kraft bei der Auseinandersetzung mit deinem und anderen Schicksalen und starke Nerven, damit du dich vor der ersten Begegnug nicht verrückt machst!

    Liebe Grüße,
    Franzi

  2. Tweetie sagt:

    Wenn du magst, komm ich mit und halte Händchen :-*

  3. Carpe tempus! sagt:

    Cool, dass Du das angehst! Und ich würde es halten, wie Franzi sagt – vielleicht ein paar Vorschläge machen und dann hören, was die Leute wollen. Es wird sich dann zeigen, was die Gruppe am meisten braucht und wohin es gehen soll.
    Liebe Grüße! Jenneke

  4. Karl sagt:

    Ich wünsch Dir viel Erfolg, und erwarte am Anfang nicht zuviel. Hirntumore sind ja auch nicht an jeder Ecke zu finden, und nicht jeder Betroffene mag eine SHG kontaktieren.

    Ich kenne jede Menge Tipps von den regionalen Selbsthilfebüros für die Organisation und den Aufbau solcher Gruppen, die helfen aber leider bei Gruppen für Betroffene von seltenen Krankheiten nur bedingt, da die Leute eben meist schon geografisch etwas weiter zerstreut sind. Das macht es für uns bei den SD-Krebslern auch schwierig stabile regionale SHGs zu etablieren und am Leben zu erhalten. In einigen Regionen klappt es besser woanders schlechter, was gar nicht immer nur an der Konzentration der Betroffenen liegt.

    • Chaoskatze sagt:

      Och, ich erwarte gar nicht viel. Ich dachte mir eigentlich nur, wenn ich es jetzt nicht probiere, dann werde ich es wohl nie raus finden… Es heißt ja auch, dass man im Durchschnitt mit ca. 1 Jahr rechnen muss, bis sich eine stabile SHG gegründet hat.

  5. Kai-Hoger sagt:

    Liebe Chaoskatze,

    Ich drück Dir ganz fest die Daumen, daß das klappt mit der Selbsthilfegruppe! Hab einfach Mut. Bei einem ersten Treffen mußt Du ja nicht unbedingt zu viel reden. Du mußt ja auch die anderen zu Wort kommen lassen, um heraus zu finden, mit welchen Motivationen sie gekommen sind.

    Als mein Tumor im Jahr 2004 entdeckt wurde, hätte ich auch gerne an einer Selbsthilfegruppe aus dem von Dir beschriebenen Gründen hier in meiner Nähe teilgenommen. Ich mußte mit den ganzen Sachen alleine klarkommen und das noch in einer fremden Sprache… Aber ich hab’s geschafft, auch wenn es zeitweise sehr schwer war!!! Es gab und gibt hier auch immer noch keine. Ich hab’s zweimal versucht, sowas anzuleiern auf verschiedenen Wegen, aber keine Resonanz gefunden. Jetzt hab ich’s aufgegeben…

    Wie ich gelesen habe, veranstaltet die Deutsche Hirntumorhilfe Ende April einen Informationstag in Würzburg. Das wäre für Dich im Gegensatz zu mir ja fast ein Heimspiel und eine gute Gelegenheit für Deine Selbsthilfegruppe zu werben.

    Liebe Grüße aus Paris,

    Kai-Hoger

    • Chaoskatze sagt:

      Danke! Ja, so ein Sprachproblem stelle ich mir auch recht heftig vor, gerade, wenn es dann um Fachthemen geht..
      Das mit dem Infotag wird sich noch zeigen.Letztes Jahr war es auch nicht so groß, aber dennoch waren einige dort, hab dort zb auch einen sehr lieben Arzt kennen gelernt. Hah, und ich war übelst verkatert, daran kann ich mich noch gut erinnern! 😀

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