Charité Berlin – vor der OP

Ja. Wie es so bis jetzt lief. 

Gestern kam ich mittags an. Anmeldung. Dann sollte ich sofort runter zum MRT, es hieß, sie hätten schon hoch gerufen. Schnell nach dem Weg gesucht, nach ein wenig nachfragen auch gefunden. Um prompt ein paar Stunden zu warten. -.- Kein trinken mit gehabt, kein Buch, nichts. Super. Zwischendurch wenigstens kurz raus gekonnt. Trotzdem nach dem MRT gefroren ohne Ende.

Wieder zur Station und dort gewartet. Nach einer Stunde ca auf die Augenklinik über Nacht verlegt worden, da in meiner Station kein Platz mehr frei war. Schlaf war okay – erstaunlich wenig Lärm. Dafür wie wohl in jeder Klinik miserable Matratzen und mit dementsprechenden Rückenschmerzen und mit eingeschlafenem Arm aufgewacht. 

Nach einer Weile wieder zurück auf meine Station verlegt worden. 

Zum EKG geschickt worden. Typische Rhythmusstörung. Sonst nichts Spannendes. Denn dann habe ich gewartet. Und gewartet. Und noch mehr gewartet. Zwischendurch Blut abgenommen bekommen, eine Neue versuchte sich an meinem Arm und hatte ein wenig Probleme damit, jetzt habe ich ein paar Löcher mehr. ^^ War ihr recht unangenehm, dabei war sie einfach nur niedlich. Die andere Schwester und ich haben ihr viel Mut zugesprochen und irgendwann hat es dann auch geklappt. 

Abends um 6 kam dann einer zum Aufklärungsgespräch bezüglich Narkose – nett, sonst nichts Besonderes. Gleich darauf einer zur Aufklärung der OP – nur, dass das leider nicht der Arzt war, der mich operiert. Der ist nämlich noch im Urlaub… -.-

 

Jetzt habe ich also noch kein Wort mit dem gewechselt, der mich operiert hat, stattdessen mit einem Assistenzarzt, der das alles mit einer ‚och joa, wird schon schief gehen‘-Stimmung rüber bringt. Juhu. Das macht mich doch glatt optimistisch, wenn ich mich so aufgehoben fühle… Da merkt man halt, dass man in einer großen Klinik arbeitet, man ist nur irgendein Standardpatient.

Die in meinem Zimmer hat wegen einem unproblematischen Bandscheibenvorfall sofort einen Termin beim Prof bekommen. Klar – ist ja auch privatversichert. Schon irgendwie arm… 

 

Von daher die bisherige Meinung: sehr freundliche Schwestern. Zu den Ärzten kann ich nichts sagen, da habe ich noch keinen gesehen. 

Stimmung nicht so prickelnd. Eigentlich hatte ich noch ein paar Treffen mit Bekannten ausgemacht, davon haben jetzt drei abgesagt/ verlegt, was heißt, dass ich niemanden sehe. 

 

Naja. Was soll’s. Wird schon schief gehen. ^^

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Arbeit.

Ja, was soll ich sagen. Ich wurde gefeuert.

 

Zu wenig Leistung und Veränderung im Geschäftsprinzip. Hm.

Gut, was davon wahr ist und was einfach wahrnehmungsabhängig und solche Dinge… das ist schwer zu sagen. Ich weiß nur, dass ich gegen Ende ziemlich demotiviert war, weil ich nur noch Ebay-kram machen durfte und Zeug reinstellen ist nun mal derb langweilig. Allerdings kann man da auch nicht wirklich viel falsch machen. Keine Ahnung. Spielt auch keine Rolle mehr, die Sache hat sich erledigt und ob die Freundschaft bestehen bleibt, wird sich wohl noch zeigen.

 

So oder so eine ziemlich deprimierende Geschichte. Klar, jetzt gerade ist es ja eh egal, kann ja schlecht arbeiten, wenn ich operiert werde und wer weiß schon, wie es bei der Bestrahlung aussehen wird. Aber danach? Realistisch betrachtet ist die Chance, wieder einen Job zu finden, gleich Null. Von der Berechnung mal ganz abgesehen, muss ich doch 70% abgeben. Usw. usw.

 

An den Gedanken muss ich mich noch gewöhnen…

Bewertung: Nachfrage an die verschiedenen Kliniken

Jetzt muss ich doch mal erzählen, was ich bis jetzt an Erfahrungen bezüglich der Kliniken beim Thema Zweitmeinung und Umgang mit Patienten gesammelt habe…

  • Hohe Warte Bayreuth: da kann ich am meisten zu sagen, weil ich dort seit Jahren bin. Zusammengefasst:
    Pro: Gute Ärzte, die man sich mehr oder weniger auch aussuchen kann; tolle Schwestern/Pfleger (zumindest die auf  ‚meiner‘ Station); nach MRT am selben Tag Besprechung der Bilder (auch nach Wunsch mit dem jeweiligen Arzt, dann aber mit Wartezeit); entspannte Atmosphäre; bei Nachfrage CD mit den MRT-Bildern
    Contra: MRT von relativ schlechter Qualität (uralt…); miserables Essen; PET nicht möglich, Wach-OP nicht möglich -> normale Krankenhaus am Arsch der Welt und deshalb finanziell nicht gerade arg unterstützt
  • Uni-Klinik Würzburg:
    Pro: viele motivierte, junge Ärzte; seit kurzem im CCC; gutes MRT und PET auch für Kassenpatienten machbar
    Contra: teilweise unendlich lange Wartezeiten (auch mit Termin für ein Rezept 2,5 Stunden); kein Kaffeeautomat um die Ecke (*scherz*); jedesmal ein anderer Arzt – mal hat man Glück und mal Pech… hatte schon beide Varianten, von sehr freundlichen, aufmerksamen Ärzten bis arroganten Assistenzärzten *an einen speziellen Freund denk*; schlechte Unterstützung bezüglich Selbsthilfegruppen (Psyche scheint dort an sich ziemlich ignoriert zu werden), eine CD mit MRT-Bildern kostet 15 Euro (!) oder soll vom Hausarzt beantragt werden
  • Uni-Klinik Heidelberg:
    Pro: bekannt für ihre Protonen-Ionen-Bestrahlung und die Qualität der Ärzte/ Beliebtheit bei Studenten
    Contra: Zweitmeinung jedesmal nur nach erneuter Nachfrage und jedesmal auch nur von Assistenzärzten – zwar vom höheren Rang unterzeichnet, aber ich hatte dabei schon 2 deutliche Fehler gesehen…. außerdem 2x umsonst hingefahren… Also deutlich überprüfen.. hatte aber auch schon eine gute Besprechung, ist meist halt wie so oft eine Glückssache
  • Klinik Nürnberg:
    Contra: auch lange Wartezeit; einmal fehlerhafte Anweisung bekommen
    Pro: immer derselbe Arzt zur Besprechung bezüglich Chemo

So. Mehr Kliniken hatte ich noch nicht. Zumindest nicht deshalb. ^^

Und bitte nicht vergessen, das ist nur eine einzige subjektive Meinung, die auch noch an sehr unterschiedliche Bedingungen gebunden ist… So oder so ist jeder Arzt auch nur ein Mensch und jeder Mensch macht Fehler. Ich persönlich achte am meisten darauf, wie aufmerksam sie mit mir umgehen, ihr soziales Verhalten allgemein: schauen sie den Patienten an oder wird nur die Akte beachtet? Wird nachgefragt? Begründen sie ihre Entscheidungen?

Kleine Krankenhäuser sind im Normalfall viel persönlicher; dafür haben große Kliniken bessere technische Möglichkeiten – und mehr Geld für die Ärzte. Was nicht automatisch heißt, dass die Ärzte besser sind, eher, dass sie sich besser verkaufen können. ^^

Was sind denn eure Erfahrungen, gerade beim Thema Hirntumor?

Nächste OP: Berlin….

So, inzwischen habe ich mich entschieden, wie es weiter gehen wird.

Übernächste Woche werde ich mich in Berlin von Prof. Peter Vajkoczy operieren lassen. Er ist auf Bereiche wie Aneurysmen und ähnliches Kleingefusel spezialisiert und wohlbekannt. Außerdem habe ich ihn vor ein paar Jahren im Patientenkongress gesehen und auch ein paar Minuten mit ihm gequatscht. Er war mir recht sympathisch – was mir wichtig ist, ich lasse mich ungern von einem Arsch operieren, egal, ob er gut ist oder nicht. ^^

Von daher – same story. OP Nr. 4. Irgendwie gewöhnt man sich an alles. -.-