bestrahlung: fertig

und wie! ich fühle wie ausgewaschen und gegnittert. mit 1400 waschmaschine. aber jetzt ist es fertig.

in ca. 3 wochen wird die chemo wieder dabei sein. und irgendwann in 2 monaten ein mrt. hoffen, das nichts ist…

 

schöne weihnachten – wer weiß, ob jemanden noch nächstes jahr da ist oder nicht…

15. – 23.

der 15. tag:

15eine cd. ich werde nochmal hören, aber ich fürchte, es ist zu seicht… sorry…

 

am 16. tag:

16ein happymaker ^^

 

am 17. tag:

17schoko und ein gutschein bei thalia 🙂

 

am 18.tag:

18hm, auch hier ist musik schwierig…

 

am 19. tag:

19es ist ein blasslila, das nimmt nur das bild…

 

am 20. tag:

20futter! ^^

 

am 21. tag:

21das ist cool… der wird ein lieblingsplatz nehmen!

 

am 22. tag:

22meine crew! ❤

 

am 23. tag:

23die katze ist klar, aber die oben? ich bin zu alt… ^^

 

 

so…  ihr habt jeden tag freude gemacht… danke!!

 

 

 

 

 

 

 

 

1. advent…

ich hatte ja in einem eintrag nebenher erzählt, dass ich niemand einen adventskalender werde. Tante Jay sprach mich an und fragte, dass ich meine adresse haben kann. habe ich gegeben – ich dachte, vielleicht für 50 cent oder sowas. wie ich mich täuschen konnte…

ja… jetzt haben mir Tante Jay und jede menge her einen kalender geschenkt, dass ich mich die spucke weg bliebt. um bekannte und freunde, aber auch fremde, helfen konnte. einfach so! o.O

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ehrlich, ich bin immer noch platt…

dann konnte ich mich den ersten geschenk freuen:

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und gleich das 1. advent:

 

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ich bin echt platt…

 

vielen dank! *tränchen weg wisch* danke an Tante Jay, Alltag im Rettungsdienst, SvüUlf, Machermama, Ulrich Wolf, Clara, OP-Tisch-Pilotin, das Landei, Blogolade, Frau Hilde, Rettungsdienst, Federkiel und Kinderdoc und all euch alle…

Arbeit.

Ja, was soll ich sagen. Ich wurde gefeuert.

 

Zu wenig Leistung und Veränderung im Geschäftsprinzip. Hm.

Gut, was davon wahr ist und was einfach wahrnehmungsabhängig und solche Dinge… das ist schwer zu sagen. Ich weiß nur, dass ich gegen Ende ziemlich demotiviert war, weil ich nur noch Ebay-kram machen durfte und Zeug reinstellen ist nun mal derb langweilig. Allerdings kann man da auch nicht wirklich viel falsch machen. Keine Ahnung. Spielt auch keine Rolle mehr, die Sache hat sich erledigt und ob die Freundschaft bestehen bleibt, wird sich wohl noch zeigen.

 

So oder so eine ziemlich deprimierende Geschichte. Klar, jetzt gerade ist es ja eh egal, kann ja schlecht arbeiten, wenn ich operiert werde und wer weiß schon, wie es bei der Bestrahlung aussehen wird. Aber danach? Realistisch betrachtet ist die Chance, wieder einen Job zu finden, gleich Null. Von der Berechnung mal ganz abgesehen, muss ich doch 70% abgeben. Usw. usw.

 

An den Gedanken muss ich mich noch gewöhnen…

Chemo 2, Zyklus 11

Nicht mehr lange, und ich habe endlich meine Ruhe. Hoffentlich. Ein Zyklus noch.

So langsam geht es mir wirklich auf den Keks. Klar, im Vergleich zu „richtigem“ Chemo habe ich mit der harmlosen Variante echt noch Glück. Aber trotzdem. Ständig irgendwelche blauen Flecken, obwohl die Blutwerte okay sind. Kleinigkeiten tun einfach weh – nicht schlimm, aber einfach da. Zur Zeit auch ewig früh müde.

Mein Magen spinnt – nicht wirklich schlimm, aber immer wieder erzählt er mir, dass er von der Idee des Kopfes nicht so erfreut ist. Was sich auch daran zeigt, dass ich zwei Hosen nicht mehr tragen kann, außer mit Gürtel.

Ganz ehrlich, wenn ich daran denke, wie es den Leuten früher ging, als es noch keine Mittel gegen Übelkeit und das alles gab, da wird mir schlecht…

An sich geht es schon. Nur in der Alltagsbelastung merkt man es. Das kennt ihr bestimmt, wenn ihr den normalen Alltag mit den Tagen direkt nach einer fetten Grippe vergleicht. Man hat nicht so viel Kraft. Ist schneller gereizt. Zieht sich zurück. Etc etc.

 

Wie gesagt, ich will nicht jammern. Aber es geht mir wirklich wirklich auf die Nerven. Ein Zyklus noch… Zumindest, wenn mein MRT in Ordnung ist. Diesen Monat ist wieder Kontrolle… Und vor fast genau einem Jahr wurde das letzte Rezidiv gefunden. Unschöne Assoziationen, die zu dem unschönen Wetter passen. Und dabei mag ich den Juni eigentlich…

Negator

Immer wieder passieren Dinge, mit denen man nicht rechnet. So auch die Tage.

Mitten in der Nacht – zumindest fühlte es sich so an, wobei das auch an der nicht ganz alkoholfreien Diskussionsrunde am Abend davor liegen könnte – klingelt es auf einmal an meiner Tür. Diese Glocke ist laut. Wirklich laut. Ich bekomme bis heute jedes zweite Mal einen halben Herzinfarkt. Diesmal erst recht. Benommen stehe ich schon fast, bis ich überhaupt registriere, dass es da klingelt. Der gute Mensch hatte nämlich auch die Eigenheit, ungefähr 3, 4 Sekunden lang auf die Klingel zu drücken. Mehrfach.

Mit viel zu hohem Adrenalinpegel und noch halb im Schlaf kletterte ich fluchend also mein Bett herunter und stürzte an die Tür. Bis dahin hatte er ungefähr fünfmal geklingelt und mich leicht aggressiv gemacht. Ergebnis: ein Paket.

 

L., eine gute Freundin von mir, hatte in der letzten Zeit immer mal wieder angekündigt, dass demnächst eine Kleinigkeit vorbei schauen würde. Weil wir uns momentan wegen Prüfungsstress bei ihr kaum sehen. Allerdings hatte ich eher mit einer Postkarte oder einem kleinen Brief gerechnet und nicht mit einem Paket. ^^

Nachdem der Postbote verschwunden war und ich mit beiden Augen gleichzeitig geradeaus schauen konnte, sah ich auf den Absender und musste grinsen: NEGATOR.

Dabei handelt es sich um eine deutsche Black Metal-Band. Seit 10 Jahren sind sie unterwegs und entwickeln dabei ihren speziellen Stil immer weiter. Wer sich ein wenig einhören mag – hier ist die Homepage und hier ein Report über das aktuelle Album und ein paar Beispiele hier und hier.

Ich war vor ein paar Jahren zufällig darüber gestolpert. Ich weiß noch, ich wollte damals unter anderem wegen der Band auf ein bestimmtes Festival – sie spielen nicht so oft und erst recht nicht in Franken. Ja, kurz davor war meine temporäre Aphasie und mein erster Tumor wurde entdeckt. Kurz nach einer Hirn-OP ist ein Festival nun mal nicht unbedingt so ideal… Hatte die Karte dann noch abgegeben, aber es hatte mich wirklich geärgert. War dann aus Prinzip in der Nähe in eine Disko gegangen, bei der eine Cover Band spielte – nach genau einem Lied hatte ich die Disko dann auch wieder fluchtartig verlassen. ^^

 

Naja, zurück zum Anfang – ich öffnete also recht gespannt das Paket. Heraus kam: Eine DigiPak vom letzten Album, die EP vom aktuellen Album, dazu eine der Drumstickpaare des Schlagzeugers, mit denen er die neue CD eingespielt hatte und zwei Tshirts. Wow. Damit hatte ich definitiv nicht gerechnet… Was mich aber am meisten freute, war der beigelegte Brief von Nachtgarm, in dem er mir beschrieb, wie es zu diesem Paket gekommen war, wie er auch hier in meinem Blog gelesen hatte, wie es dazu kommt, dass ihm solche Themen wie mein Tumor nicht unbedingt unberührt lassen. Besonders einen Satz finde ich sehr treffend und motivierend und deshalb erlaube ich es mir, ihn wortwörtlich hierhin zu schreiben:

„Worauf ich hinaus will: Aufgeben sollte niemals eine Option sein. Weder für Betroffene noch für Verwandte, Bekannte, Freunde.“

Und damit gebe ich ihm voll und ganz recht.

 

Musik ist mir unglaublich wichtig, ich bin regelrecht abhängig davon. Nicht unbedingt nur Metal, aber doch bevorzugt. Muss halt zur Stimmung passen; mal eher das Vertraute, mal etwas ganz Neues; mal lieber ruhig, mal wild und schnell; mal harmonisch, mal dissonant. Deshalb brauche ich auch die Festivals im Sommer – so anstrengend wie sie körperlich teilweise sind, so gut tun sie doch der Seele…

Mir so ein Paket zu schicken hat mir gezeigt, was ich unter dem Zusammenhalt der Szene verstehe. Zwar sehe ich manche Bereiche durchaus etwas kritisch und genauso wie in allen anderen gesellschaftlichen Subgruppen gibt es die üblichen Deppen und Klischees und das alles. Doch dass eine Band aus der Black Metal-Szene durchaus so „untrve“ sein kann und zu Leuten wie mir hält, das zeigt mir doch, wie richtig mein Gefühl dafür ist. Denn nur, weil man nicht unbedingt vollständig mit jedem Aspekt der Gesellschaft übereinstimmt und auch nicht unbedingt den toten Fischen nachschwimmt, heißt das noch lange nicht, dass man negativ ist oder denkt. Gerade auch persönliche Dinge von sich preis zu geben, an eine Unbekannte, das ist Stärke und ich fühle mich des Vertrauens geehrt – und ja, es motiviert. Definitiv.

 

Ein ganz großes Danke an die Band, vor allem an Nachtgarm und natürlich an meine süße L! ♥

 

The Battle We Didn’t Choose

 

 

The Battle We Didn't Choose

Eine Geschichte, erzählt vom Mann einer vom Brustkrebs Betroffenen. Er hat sie begleitet, vom Anfang bis zum Ende, und dabei die Sekunden gefangen, die sie bewegten.

Bilder sagen mehr als Worte, ein häufig verwendetes Zitat. Hier stimmt es. Aber auch seine Geschichten erzählen mehr als das Geschehene.

Nur als Vorwarnung: es ist wirklich eine Seite, die sehr schnell das Herz bewegt… Wenn du gerade in einer labilen Situation bist, dann vielleicht eher nicht rein schauen, ich weiß nicht, ob das dann gut tut oder nicht…

Hier ist die Seite zu finden… Und auch auf Facebook zu finden…

Tattoo Convention – wie es so war

Ja. Schön war es. Anstrengend. Unglaublich viele Eindrücke.

 

Morgens bin ich los. In Frankfurt erstmal den Weg gesucht, prompt verlaufen, aber war nicht so arg. Angemeldet – ab 80% Schwerbehinderung kostenloser Eintritt, sowas finde ich natürlich immer klasse. Der übliche irritierte Blick – Krüppelstärke auf dem Niveau und dabei nicht sichtbar gibt es recht selten. Aber keine Fragen, trotz neuen Scheins, sehr freundlich.

Innen: unglaublich viel. So viele Leute, Musik, Bilder, Farben… Habe mich voran gearbeitet. Viele Sachen, die mir sehr gut gefallen haben, andere wiederum gar nicht. Zum Glück praktisch nichts in Richtung Manga, das kann ich einfach nicht ausstehen.

Anstrengend war es dennoch, all die Eindrücke, dazu Rucksack. Hatte meine Haltercorsage nicht angezogen gehabt, wegen dem Zug, wäre aber vielleicht besser gewesen. Heftig war es aber primär für mein Hirn. Bzw was davon noch so übrig ist. ^^ Ich bin es einfach nicht mehr gewohnt, so viele Eindrücke gleichzeitig so lange zu verarbeiten. Habe schon eine recht großzügige Dosis Tilidin verwendet, aber nach insgesamt 5, 6 Stunden musste ich gehen, das war schon ein wenig zu lange. Aber da war ich einfach nicht mehr fähig, irgendwelche Infos kognitiv zu verarbeiten, da ist irgendwann nur noch alles an mir vorbei…

Hat mich auch nachdenklich gemacht. Gerade bei dem Thema Tätowierung ist die Zeit oft ein Punkt der Diskussion. Von der Dauerhaftigkeit des Kunstwerkes über die Fehler der Vergangenheit bis hin zur Wartezeit zum nächsten Termin. Hat mich ein wenig runter gezogen. Habe noch eine Tätowierung im Kopf, die mir wirklich wichtig ist und noch ein paar Gedanken, die ich irgendwann gerne in Farbe hätte. Aber ich weiß nicht, ob das noch klappt. So viele Faktoren, die ich dabei bedenken muss. Wann passen die Blutwerte? Habe ich genug gespart? Eine größere Tätowierung kommt locker in den vierstelligen Bereich – wenn man monatlich einen dreistelligen als Gesamtvermögen hat, ist das nicht unbedingt so einfach. Während der aktiven Chemo ist es auch nicht so prickelnd, gestochen zu werden. Bei meiner Chemo zwar durchaus machbar, aber nicht gerade angenehm. Da spürt man einen Stich nicht nur an der Stelle, sondern in einem Umkreis von bis zu 20cm. Und hält dementsprechend nicht so lange durch. Naja, und wenn die Blutwerte zu schlecht sind, ist es auch einfach zu riskant, zwecks Entzündung etc.

Aber am meisten frustrieren mich die Wartezeiten. Das ist normal und nicht anders machbar, kein Tätowierer kann größere Sachen mal spontan nebenbei machen. Dennoch: es ist nicht mal drei Wochen her, dass ich noch nicht wusste, ob ich die Kombi Bestrahlung + stärkere Chemo bekomme. Alle drei Monate derselbe Scheiß, alle 3 Monate MRT, alle 3 Monate nicht wissen, ob man danach Zeit hat und Dinge planen kann oder nicht. Daran gewöhnt man sich; die Zeitstruktur ist verschoben und das ist okay. Nur: nicht für den Rest der Welt.

Das ist, was mich nachdenklich gemacht hat. Weniger die Vergänglichkeit an sich, denn mit der hatte ich sehr selten Probleme. Eher diese Verdeutlichung, wie anders es für ‚uns‘ ist, was ‚uns‘ von den ‚anderen‘ unterscheidet. Da ist man in einer Halle mit so unglaublich vielen Leuten, mit denen man eine Leidenschaft teilt – und dennoch alleine.

Und so weiß ich wieder nicht, ob es überhaupt klappen wird. Realistisch betrachtet ist es wohl nichts, worauf ich zu sehr hoffen sollte…

Einfach so…

Einfach so haben sie bei der Redaktion angerufen. Mir wurde ihre Nummer weiter gegeben und so haben wir telephoniert. Doch ich konnte das kaum glauben. Deshalb nichts gesagt, nur geschrieben, dass ich auf heute warte.

Und heute kamen sie vorbei, einfach so. Und haben mir ein Motorrad vor die Tür gestellt. Eine Kawasaki EN500. Gerade für Frauen geeignet, für kleinere Leute.

War wohl schon ein paar Jahre in der Garage gestanden, hat auch nicht sehr viele Kilometer auf dem Buckel, um die 19 000. Jetzt haben wir den Winter über die Zeit, die tolle Maschine instand zu setzen und im nächsten Frühling kann ich fahren. Und mir endlich einen Traum erfüllen.

Bin immer noch ziemlich platt. Einfach so, ohne, dass wir uns vorher kannten, ohne Bezahlung, ohne alles. Ich könnte einfach nur noch die Welt umknutschen! =) Danke!! ♥