Bericht Metalfest 2012

Puh. Da ist einiges passiert…

Wir haben uns morgens auf den Weg gemacht. Wir, das heißt, mein Freund, 2 der Filmleute und ich. Ab in den Zug und los ging es…

Ich war ziemlich gestresst, tausend Gedanken im Kopf – und so sehr ich die Filmleute auch mag, im Zug finde ich das anstrengend. Wenn ich merke, dass ich gerade gefilmt werde, kann ich nicht so einfach mal entspannt, nachdenklich, feiernd oder was auch immer gucken… ^^

Nun ja, als wir ankamen, haben wir prompt erstmal den Bus verpasst. Aber ein lustiger Typ hat uns einfach mal in den Wagen gepackt und zum Festivalort gefahren. War echt cool, ich glaube ja, der ist nur rumgefahren, um genau sowas zu machen. Das war echt super.

 

Bei dem Gelände zeigte sich sehr schnell, dass die Organisation unglaublich schlecht war. Die Security war… vielleicht da? Will heißen, die saßen primär rum und haben gepennt oder am Handy gespielt. Kleine Jungs, ich bezweifle, dass alle volljährig waren. Auf jeden Fall unerfahren und sehr unmotiviert. Es gab noch nicht mal die erforderlichen Wege für Rettungswägen! In der Art habe ich das echt noch nie erlebt und ich wüsste ja zu gerne, ob die Veranstalter deswegen einen Brief von der Staatsanwaltschaft bekommen… Ich glaube, in dem ganzen Campingbereich von ca 10 000 Leuten gab es genau einmal Licht. Angeblich auch Dixie-Klos. Habe ich aber nie gefunden. Da musste man halt immer ins Gelände.

Dennoch war die Stimmung gut. Der erste Tag war zwar noch ziemlich verregnet, aber ansonsten ging es eigentlich. Für mich fast zu kalt, gerade abends, aber für ein wenig Sonnenbrand trotz Eincremen hat es dennoch gelangt… Die Bands waren toll, sehr motiviert, die Übertragung war nicht schlecht. Und bei Behemoth, einer meiner Lieblingsbands, habe ich mich sogar vorne in den Photobereich gewagt, was auch eine tolle Erfahrung war… =)

 

Erstaunlicherweise schien es auch keine stärker Verletzten zu geben – betrunkenes moshen und Crowdriding bei sehr hohen Steinflächen und kaum Security ist durchaus… spannend. Ganz ehrlich, das hätte auch schief gehen können und zwar ganz gewaltig…  Kann man nur froh sein, dass die meisten Metaler trotz Alkohol halbwegs vernünftig sein können…

 

Schmerztechnisch war es natürlich nicht einfach. Gerade der erste Tag war ziemlich heftig, nachdem ich mir abends auch noch einen Wirbel ausgerenkt hatte. Aber an den restlichen Tagen habe ich so gut wie auf Alkohol verzichtet und stattdessen Tilidin bevorzugt, was eine gute Entscheidung war.

 

Alles in allem hat es mir richtig gut getan. Einfach mal abschalten, woanders sein; Musik; tolle Leute dabei; tolle Gespräche… Gerne wieder…

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Update

So, wieder da…

 

Die Tage nicht in Schreibstimmung gewesen…

 

Hochzeit lief erstaunlich gut. (Kalenderidee hab ich etwas abgewandelt, aber dann verwendet ^^) Es gab keine heulenden Dramen, die Familien haben sich nicht zerfleischt und das Brautpaar schien wirklich glücklich zu sein, schön…

 

Festival war auch super, insgesamt. Auch, wenn ich erstaunlich wenig Bands gesehen habe (die meisten, die mich interessiert haben, liefen zu so ekligen Zeiten wie nachts um 3…) und am letzten Tag aufgegeben habe. Ich bin einfach nicht mehr die Jüngste.  *hochdramatisch seufzend in Decke einhüll*

Allgemein hat es wirklich gut getan, einfach mal raus, durchatmen, Sonne genießen und mit alten Bekannten quatschen. Schön!

Ach, und ein kleiner Tip: Gabapentin, Antibiotikum (Amoxihexal 1000mg) und Alkohol sind eine schlechte Mischung. Ganz schlecht. Wirklich. *räusper*

Festivals und Schwerbehinderte

Bei diesen Festivals habe ich das erste Mal die Möglichkeit genutzt, meinen Behindertenschein vorzuzeigen und damit auch die für uns gemachten Podeste zu benutzen.

Ungewohnt. Wirklich. Ab und an kommt man sich vor, als würde man angestarrt werden, als würde man nicht dazu gehören, weil man es nicht sehen könne…

Nun ja. In Wacken war es toll. Superfreundliche Leute, viel Achtung voreinander. Das hat mir richtig gut gefallen. Ich musste, wie üblich, meinen Ausweis zeigen und konnte dann mit einem Begleiter hoch. Geniale Sicht und, noch viel wichtiger, die Möglichkeit, sich hinzusetzen. Habe mich mit einem dort sehr gut unterhalten (ein halbes Weltwunder, aufgrund seines Berufes kannte er den Ausdruck Ehlers-Danlos-Syndrom), war echt lustig. Sein Bruder, wenn ich mich recht erinnere, war wegen Schäden an der Wirbelsäule im Rolli.

Im Summerbreeze war es auch sehr lieb, nur zwischendurch irritierend –  ich wurde mehrfach darauf hingewiesen, dass der Bereich für Rollis ist, und ich, falls es zu voll werden sollte, den Raum verlassen müsse. Keine Ahnung, ob das grundsätzlich so gemacht wird, oder nur bei mir, weil ich sozusagen nicht krüppelig genug aussehe…

Insgesamt glaube ich, es gibt 2 Sorten von Begleitern: einmal die, die sich wirklich lieb um den anderen kümmern, oft waren es Beziehungen, und das waren auch die, die immer wieder geguck haben, ob hinter ihnen jemand nicht genug Sichtfeld hat oder sich direkt hinten an den Rand gestellt haben. Und dann eben die andere Sorte: schnell hochschieben, dann sich mit feiern beschäftigen und sich am besten genau in die Mitte stellen. Nun ja…

Bei den anderen Leuten mit Behinderung war ich sehr positiv überrascht. Hatte mehrfach gehört, dass eine Art verdrehte Konkurrenz vorherrscht, der, dem es schlimmer geht, hat gewonnen. Das war gar nicht der Fall! In Wacken hab ich mich echt toll unterhalten (wir haben dann noch zu viert uns zusammengesetzt und gemütlich Bier getrunken und gelabert) und im Summerbreeze war es auch so, dass immer wieder einige geschaut haben, ob ich auch sehe (hab mich immer in eine Ecke gesetzt, ganz entspannt), einer hat mich ganz lieb an seinem Met mittrinken lassen (*yam*), das war super.

Und vor allem ist gerade das ein Festival, bei dem sich die Schmerzen wirklich in Grenzen gehalten hat (wenn du dir schon mal ein Gelenk entzündet hast, weißt du, wie sich das anfühlt..), nur es stellt sich immer mehr heraus, dass ich mich endlich mal mit der Wirbelsäule beschäftigen sollte.. Aber egal. Also durchgehend positiv!

Das einzige, was mich schockiert hat, war in Wacken… Dort standen wir unten und der eine ist aus seinem Rolli aufgestanden und schnell zu den Dixieklos, die ja direkt dort standen. Zufällig wusste ich ja, dass er gerade mal ein paar Schritte gehen kann. Labert uns nicht so ein Vollidiot von außen an, dass wir alle nur faken würden, dass wir sozusagen keine „echten“ Schwerbehinderten sind.. Das hat mich wirklich wütend gemacht… Ich habe ja teilweise echt ein schlechtes Gewissen, wenn ich die Möglichkeiten ausnutze, aber gerade jemand im Rollstuhl, das stelle ich mir nicht unbedingt einfach vor, mit all den Sachen im Alltag…

Naja, und in Wacken war das Problem, dass der Bereich für Schwerbehinderte zu klein war, sehr viele haben dort keinen Platz gefunden. Einen im Rolli haben sie wohl sogar ein paar Kilometer weit fahren lassen! Allerdings interessiert mich das in Zukunft nicht, Wacken ist mir zu groß geworden, zu viele Idioten, die halt davon gehört haben etc…

Dennoch, ich freue mich, dass dort auf uns eingegangen wird, viele hätten ohne wohl kaum die Möglichkeit, die Bands zu sehen, von der allgemeinen Festivalstimmung ganz zu schweigen. Und wer weiß, vielleicht gewöhne ich mich irgendwann an das Gefühl, irgendwo dazwischen zu sein, gesund aussehend, krank sein…

Summerbreeze

Ja, ich weiß. Ich schreibe zu wenig und zu selten und überhaupt. Allerdings hat mich auch noch niemand geschimpft, also kann es ja gar nicht so schlimm sein 😉

Eigentlich habe ich auch jede Menge zu berichten, aber irgendwie komme ich einfach nie dazu…

Und jetzt wartet erst mal das nächste  Festival, gleich gehts los zum Summerbreeze! Und tollerweise ist auch ein wenig Sonne rausgekommen….

Ich hoffe, ihr genießt das Wochenende genauso wie ich!

Die Qual der Wahl…

Nachdem das Wetter ja so langsam mal zumindest überlegt, eventuell wieder Anzeichen von Menschenfreundlichkeit zu zeigen und in Richtung halbwegs vernünftige Temperatur zu gehen, kommt man doch glatt zum Nachdenken, was man diesen Sommer so alles machen könnte…

Ich Idiot habe mir nichtsahnend rausgeschrieben, was für Festivals dieses Jahr interessant sind. Klar, haben doch die ersten Festivals schon statt gefunden.

Nur – wo geh ich dann hin? Ist ja auch eine Frage der Zeit und noch mehr des Geldes….

Interessant wären:

  • 7.-8. Mai: Walpurgis Metal Days
  • 13.-15. Mai Open Air (in Dessau)
  • 22.-23. Mai: Festung Open Air Bitterfeld
  • 2.-3. Juli: Under The Black Sun (Berlin)
  • 2.-4. Juli: With Full Force
  • 5.-11. Juli: Metalcamp (Slovenien)
  • 23.-24. Juli: Boarstream Open Air
  • 5.-7. August: Wacken
  • 12.-14. August: PartySan
  • 19.-21. August: Summerbreeze
  • 1.-2. Oktober: Way of Darkness
  • 9.-10. Oktober: Hellscream

Aaaah! Und ich brauch schon eine Ewigkeit, bis ich mich entschieden habe, ob ich lieber Kaffee oder Tee haben mag…

Möchte auch unbedingt mal zum Metalcamp – aber danach braucht man definitiv noch eine Woche Urlaub, um sich wieder zu erholen und nüchtern zu werden, aber ich denke, das verschieben wir lieber auf nächstes Jahr. Weiß ja nicht, wann die Chemos wirklich sind. Bin zwar öfters… positiv risikoberechnend, aber mit Chemo auf ein Festival zu gehen, wäre idiotisch…

Huh… Vorschläge? Pro und Contra-Ideen?