Schmerzen – Medikamente

Nun ja.

Schmerzen gehören nun mal dazu. Zu Krebs genauso wie zu EDS, wobei natürlich auf eine ganz unterschiedliche Art und Weise. Diejenigen unter euch, die sich ein wenig auskennen, sei es medizinisch oder persönlich, werden wissen, was das für eine Rolle im Alltag einnehmen kann.

Prinzipiell sind chronische Schmerzen eine Sache, an die man sich gewöhnen kann, unter bestimmten Umständen. Nämlich, solange sie nicht zu stark sind, relativ gleichbleibend, immer auf die selbe Art auftreten und insgesamt berechenbar sind. Damit kann man sie ganz gut zur Seite schieben.

Problematisch wird es, wenn sie immer stärker werden oder wechseln. Ein Nachteil ist es auch, wenn sie so zum Alltag dazu gehören, dass man es zu sehr als normal ansieht – und vergisst, sie mit einzurechnen.

Schmerzen zu haben ist für mich normal. Es ist in dem Sinne auch nichts schlimmes, ich kenne es nicht anders. Und wenn man sie akzeptiert, anerkennt, annimmt, dann sind sie nicht automatisch negativ. Eben nur ein Reiz, der da ist.

Für diejenigen, die das nicht verstehen können, weil keine Erfahrung – ihr kennt das bestimmt, wenn zb euer Partner beim Sex krallt oder mal etwas stärker zufasst. Das gibt ein Gefühl, das rein theoretisch auch schmerzhaft ist. Nur nicht unbedingt negativ, eben, weil man es anders auffasst. Das Ganze in einer passiven, dauerhaften Variante, das kann einfach immer irgendwo im Hintergrund sein.

Aber wie gesagt, ab und an vergisst man es dann auch… Was mir recht häufig passiert, auch in den letzten Tagen.

Bereits vorgestern beim Arbeiten gemerkt. Eine normale Dosis Novamin (Wirkstoff: Metamizol) genommen. Leider nichts gemerkt, außer, dass der Kreislauf bisschen runter ist. Ärgerlich.

Dazu sollte ich vielleicht sagen, ich nehme ungern Schmerzmittel. Dieses Jahr noch kein Dutzend mal und dabei war es jeweils Novamin. Was verschreibungspflichtig ist, aber dennoch recht soft. Aber Aspirin oder sowas kann ich eh vergessen, das wirkt vielleicht 5 Minuten…

Gestern Abend ging es mir noch schlechter. Konnte nicht mal mehr ansatzweise entspannen, geschweige denn schlafen. Meistens merke ich die Schmerzen auch erst an meinen Reaktionen, eben, weil sie ja eh zu mir dazu gehören.

Diesmal dachte ich, ich gönne mir mal wirklich Pause. Ein wenig Ruhe, durchatmen. Also zu meiner Alternative gegriffen: Tramal. Auch verschreibungspflichtig, gehört zu den Opioiden. Allerdings mit wenig Suchtpotential, nicht zu vergleichen mit Benzodiazepam oder ähnlichem. Gilt für mittlere bis schwere Schmerzen.

Nehme ich eher selten, in dem letzten Jahr vielleicht 2x, wenn überhaupt. Deshalb war ich doch etwas überrascht, als ich von einer normalen Dosis fast nichts merkte, außer ein wenig Schwindel… Hab dann noch mal eine gute Dosis genommen und das hat dann auch gewirkt – Herzschlag langsamer (endlich! Das wurde langsam anstrengend. Und schmerzhaft..), Kreislauf bzw. Blutdruck wieder runter in den für mich normalen Bereich, kribbeln in Händen und Füßen… Aber auch einfach mal keine Schmerzen… Schon krass, wenn einem das als unnormal vorkommt….

Nun ja, wenigstens ein paar Stunden geschlafen, danach noch einige Zeit wach gewesen, aber einfach genossen. Es war schön, nur daliegen zu können, ohne ständig subliminal die Schmerzen zu verarbeiten…

Gut, irgendwann ließ die Wirkung nach, die Nebenwirkungen hielten ein wenig länger an. Jetzt ist schon seit einigen Stunden alles normal…

Allerdings hat mich die Sache nachdenklich gemacht: wenn ich schon 40 Tropfen Tramal nehmen muss, um für ein paar Stunden die Schmerzen zu reduzieren (und dabei auch nicht arbeitsfähig wäre, vom Kreislauf und von der Atmung her), was mache ich dann, wenn es mich mal wirklich heftig erwischt?

Oder zb auf Festivals, wenn der Promillegehalt dementsprechend hoch ist?

Novamin und Tramal mischen? Hat den Effekt, dass man eine Weile lang bewusstlos ist. Aber immerhin kriegt man dann auch keine Schmerzen mit 😀

Oder Novamin mit Alk? Klappt auch ganz gut. Könnte aber auch in so manchen Situationen Schwierigkeiten verursachen… ^^

Oder vielleicht Tramal mit Coffein? Würde vielleicht funktionieren, nur leider die Gefahr für einen epileptischen Anfall verstärken… Hm…

Ich schätze, ich muss da noch ein paar Experimente probieren 😀

Oder hat da jemand Erfahrung? Was macht ihr, um mal ein wenig Ruhe zu finden?

Wirbel Teil II

Nun ja. Gestern habe ich mich doch mal zur Orthopädie gequält, es ging einfach nicht mehr. Habe abends bereits fröhlich Tramal und Novamin gemischt, Ergebnis war, dass die Schmerzen vielleicht nur noch zur Hälfte zu spüren waren, aber dafür der Kreislauf irgendwo ganz unten war und ich mich öfters daran erinnern musste, dass atmen sinnvoll wäre, das ist leicht irritierend.

Nun ja, habe also ein paar Stunden gewartet und kam dann dran, der Arzt schickte mich zum Röntgen (wegen Verdacht auf Fraktur?? Keine Ahnung, wie er darauf kam…) und kam dann zum Schluss, dass meine Wirbelsäule zwar schief ist, aber eigentlich ganz in Ordnung und nur die Muskulatur viel zu schwach. Etwas irritierend, vor allem, weil er eigentlich nur die Bilder angeschaut hat und nicht meinen Rücken (was ja Blödsinn ist, denn für das Röntgen muss ich mich ja in einer bestimmten Haltung hinstellen, die sonst absolut unrealistisch ist). Hat mir KG aufgeschrieben und wollte mich wegschicken.

Nachdem ich noch mal nachgefragt habe, hat er mir ein Rezept für Arcoxia 90 (Wirkstoff Etoricoxib) gegeben, ein nicht steroidales Antirheumatika. Meinte, einmal täglich nehmen (sind ja auch immerhin 7 Stück….) und gut ist. Auf die Frage, ob ich das mit Schmerzmitteln kombinieren kann, meinte er, dass das nicht notwendig sein würde.

Nun ja. Jetzt also der zweite Tag mit dem Zeug intus und die Wirkung ist… nett.

Man hat schon weniger Schmerz und so, aber so richtig bombastisch ists nicht…

Aber naja. Ich habe immer noch die Hoffnung, dass ich mich daran gewöhne und dann ist es ja nicht mehr so schlimm. Kennen wir ja von den Knien und Handgelenken und so.