Chaos

Das trifft es wohl am besten… Ich versuche, eine halbwegs leserliche Zusammenfassung zu finden..

Rein körperlich geht es mir besser. Hatte während Wacken gerade mal einen einzigen epileptischen, obwohl ich jeden Tag getrunken hab und eine Nacht überhaupt nicht geschlafen hab. Ich kann mich wieder besser konzentrieren, drifte nicht so schnell ab, sogar Motorradfahren ging super – durfte das erste Mal eine Stunde mit einem 60PS-Motorrad genießen + wesentlich sportlicher als die letzte. Klar, starke Belastung für die Handgelenke, zwischendurch ist mir ein Knochen flöten gegangen (der äußere an einem Handgelenk springt immer nach oben) und ich muss mal irgendwie rauskriegen, wie ich das verbessern kann, ob Schiene oder irgendwie trainierbar oder whatever.

Nur die Hüfte macht immer noch Ärger, auf Wacken war sie zwischendurch arg entzündet (deshalb Alk, reine Therapie-gründe 😀 ), aber alles im erträglichen Rahmen, man gewöhnt sich ja daran. Und ich sollte endlich mit KG wieder anfangen, mein Rücken dreht durch, ständig Hohlkreuz, nimmer lang und ich komme auf einen rechten Winkel, irgendwo da in der Mitte.

Emotional… ists irgendwie durcheinander.

Ich erspare euch die Details, denn das würde mehrere Romane kosten, aber irgendwie ist es komisch.. Mir kommt es so vor. als hätte die halbe Welt nur darauf gewartet, dass mein Chemo rum ist und ich somit wieder komplett normal und voll einsatzfähig bin. Ich glaube, ich selbst habe das irgendwie angenommen (oder gewünscht?) und weigere mich, zu akzeptieren, dass dem vielleicht nicht so sein könnte.

Und doch… es gibt Momente, in denen alles so einfach erscheint, in denen ich es genieße, jetzt zumindest einige Zeit „frei“ zu haben.. Aber auch viele Momente, in denen ich nachdenke, in meine Welt versinke und in den Strudel reingerate und ertrinke.

Es ist so schwierig, das alles zu organisieren… So viele scheinen anzunehmen, dass jetzt alles erledigt und normal ist, sie fragen nicht nach, habe ich das Recht, ihnen diese Bühne zu nehmen?

Nein, ich denke, das muss jeder für sich selbst entscheiden. Wer mich fragt, dem sage ich, wie die Statistiken sind, die Wahrscheinlichkeiten. Aber gerade diese machen mich verrückt.

Denn genauso kann ich Glück oder Pech haben und länger oder kürzer leben. Wenn ich das Studium aufgebe und doch noch 20 Jahre lebe? Wenn ich alles aufhöre, mir einen blöden Job suche und nichts ändert sich? Wenn ich weiterstudiere und übermorgen draufgehe und mich ärgere, dass ich anderen Leuten den Platz so sinnlos genommen habe, mich selbst damit gestresst habe?

Irgendwie schaffe ich es nicht, in den Alltag zurückzukehren, vielleicht gerade, weil das jetzt so viele, ich inklusive, von mir erwarten. Es ist, als würde das, was ich nach außen bin, immer mehr zerlöchert und ich schnüre immer stärker zu, damit es hält und ersticke dabei.

Wo sind meine Träume, meine Ziele? Der Wind und die Musik haben sie mitgenommen und verstreut und mich auch.

Warum kann ich mich nicht einfach zusammenreißen und ein wenig mehr Disziplin bringen und gut ist?

Irgendwie brauche ich wieder mehr Struktur, oder besser ausgedrückt, überhaupt mal so etwas wie Struktur.

Habe so viele Pläne, möchte noch so viel erreichen, aber irgendwie klappt es einfach nicht, obwohl ich jeden Tag von neuem beginne. Und langsam habe ich keine Kraft mehr, ich bin nicht gut darin, ständig zu scheitern. So sinnlos, das alles.

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