Frustrationsartikel – Uni-Klinikum

Ich. Bin. Frustriert.

Hmpf…

Aber gut, fangen wir von vorne an….

Die letzten Tage ging es mir nicht gut. Ich hatte durchgehend Schmerzen, teilweise wirklich ziemlich heftig, wie ich ja schon im letzten Artikel beschrieben hatte. Und mit dem Tramal ja auch nicht so glücklich.

Gestern dasselbe Spiel wieder, Termin bei der Schmerzambulanz. Dort wurde mir geraten, Tramal nur langsam zu steigern (10 Tropfen – 3h warten) und ansonsten versuchen, so schnell wie möglich ein MRT zu bekommen.

Ich also brav nach Hause und mein Handy gekrallt. Und recht schnell festgestellt, dass der nächste Termin frühestens in 1 bis 4 Wochen möglich wäre. Gleichzeitig ging es mir zusammen mit dem Tramal nicht gut, ständig schwindlig etc. Der Gedanke, da nichts weiter machen zu können, wochenlang, versetzte Grauen. Bin zu meiner Hausärztin, in der Hoffnung, irgendwelche Schmerzmittel zu bekommen, die auch wirklich helfen. Mir einfach nur wenigstens ein oder zwei Stunden am Tag erlauben, frei zu atmen.

Sie war von der Idee allerdings nicht begeistert – meinte, so wacklig wie ich wäre und schon mit 30 Tropfen Tramal und recht flacher Atmung würde sie mich ungern auf irgendwelche Medikamente testen, wenn ich noch dazu alleine bin.

Und rief das Krankenhaus an. Die wollten mich erst mit dem Krankenwagen 200km weit zu meinem Stamm-krankenhaus schicken. What?? Wie dämlich ist das denn… Meine Ärztin war derselben Meinung – schließlich ging es primär um die Schmerzen und sekundär um die Ursache. Und die Behandlung kommt irgendwo ganz am Ende…

Nun, irgendwann erklärten sie sich missmutig dazu bereit, mich über Nacht aufzunehmen. Meine Ärztin wollte mich dann am liebsten gleich mit Krankenwagen hochschicken, wogegen ich allerdings protestierte – ganz ohne Sachen ists unpraktisch. Auch der Versuch, mich mit Taxi heim und danach zum Kh zu befördern, lehnte ich ab. Laufen konnte ich ja noch, von daher…

Also heim, Rucksack gepackt, ab zum Kh. Dort mit einer sehr netten Ärztin gesprochen, Blutabnahme, Puls (104), Blutdruck (130/80) und Temperatur (36,4) gemessen. Mich ausgefragt und meine Daten angeschaut.

Irgendwann kam die Schwester und verpasste mir Paracetamol, intravenös.  Oo

Das war nicht allzu beeindruckend (sie meinte, es wäre schon stärkeres als das, was ich als Tabs kannte, welche Stärke es war, weiß ich allerdings nicht). Half trotzdem nicht wirklich weiter, die Schmerzen wurden nur weniger. Und kamen später wieder.

Natürlich konnte ich auch nicht schlafen und nachts bekam ich dann – tadaa, welch Überraschung – noch mehr Tramal. Atmung wurde nie überprüft.

Half trotzdem nicht, hab die ganze Nacht nicht geschlafen.

Morgens dasselbe Spiel (Blutdruck bei 120/60, ist das nicht bissl viel Abstand?), dann MRT-Kontrolle. Ergebnis – kein sichtbarer Unterschied. Arzt zeigte mir einige Bilder – in Sekundentakt – und als ich ihn fragte, warum das da anders aussähe als im alten MRT, kam nur der Kommentar: „Das da? Äh… also… das …. das kommt von der unterschiedlichen Qualität der MRT-Geräte…“

Hmkaaaay…….

(Die Bilder bekomme ich auch nicht, dafür müsste ich 15 Euro zahlen oder sie vom Art einfordern lassen…)

Wieder hoch. 7 Stunden gewartet, bis tatsächlich ein ärztliches Wesen seinen wohlgeborenen Hintern in die Station bewegt hat. Während dieser Zeit bat ich noch einmal um Schmerzmittel (30 Tropfen Tramal bekommen…). Der erzählte mir dann, dass das MRT in Ordnung wäre. Dass ich doch morgen gehen könne. Auf meinen Kommentar, dass ich dann auch jetzt gehen könne, denn dieselben Medikamente hätte ich ja daheim, nickte er nur zustimmend. Auf die Frage, was ich denn dann nehmen soll, meinte er nur, dass er dafür nicht zuständig wäre und verschwand wortlos.

 

Gut. Mir wars auch schon egal, ich hab meine Sachen gepackt und bin nach Hause gegangen. Hier habe ich wenigstens meine Ruhe…

 

Es ist circa 6-7 Stunden seit meinem letzten und einzigen Tramal heute.

Ich habe immer noch eine Atmung von ca 5-6x pro Minute.

Ich habe seit Stunden Schmerzen und komme langsam an den Punkt, wo ich ernsthaft darüber nachdenke, meinen Schädel gegen die nächste Wand zu knallen.

Ich habe keinerlei Ahnung, was jetzt sinnvoll wäre – noch mehr Tramal und riskieren, dass im Schlaf mein Atem flöten geht? Novamin und wenig Tramal und riskieren, dass ich bewusstlos werde?

Alkohol und hoffen, dass es sich mit den Resten vom Tramal nicht verkracht?

Letztendlich werde ich wohl gar nichts nehmen und hoffen, dass ich müde genug bin, um dennoch einzuschlafen.

 

Und mich langsam wieder daran gewöhnen, dass tägliche Schmerzen nicht nur normal sind, sondern dass man die Minuten genießen sollte, in denen man nur wenige hat, wenn es noch nicht zum Kiefer und Hals runterzieht, noch nicht andere Schmerzen übertönt.

 

Danke, liebe ach so wertvolle Uni-klinik, dass man sich voll und ganz auf eure Menschlichkeit, eure Kenntnisse und Hilfe verlassen kann. Vielen herzlichen Dank.

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13 Kommentare zu “Frustrationsartikel – Uni-Klinikum

  1. Michaela sagt:

    Was für eine Behandlung ist das denn???! Und damit meine ich sowohl medizinisch als auch menschlich…

    Es muss doch möglich sein, eine vernünftige Schmerztherapie zusammen zu stellen…
    Hast du es schon mal mit Pflaster versucht? Die dauernde und deswegen geringere Dosis müsste die Schmerzen doch erträglicher machen und die Nebenwirkungen vermindern.

    LG und gute Besserung!

    • Chaoskatze sagt:

      Pflaster hab ich noch nie probiert…
      Aber ja, das ist nicht das erste Mal, dass ich solche Sachen in Krankenhäusern erlebe. So mancher Arzt sieht sich so in seinem Spezialbereich fixiert, dass er vergisst, dass das nicht nur Fälle, sondern auch Menschen sind…

  2. Mo sagt:

    Katze, das kann nicht wahr sein! O.ô
    Jetzt mach ich mir ernsthaft Sorgen – was soll das denn, „unterschiedliche Qualität der MRT-Geräte“, „dafür bin ich nicht zuständig“, siebenstündiges Warten und keine Atmungskontrolle?! Ich bin wirklich schockiert, bitte lass dich nochmal untersuchen.
    Kannst du nicht deinen Ex’chef‘ anrufen, der die Kontakte hatte?
    Hmm, ansonsten, gegen die Schmerzen – ich bin absolut nicht mit heftigen Schmerzen vertraut, ich hatte ja noch nicht einmal Migräne – aber vielleicht hilft irgendein starkes ätherisches Öl bzw. Tigerbalm, um den Schmerz ein bisschen zu betäuben? Vielleicht eine Massage oder ein Eso-Programm à là autogenem Training?
    Das ist für deinen Bedarf wahrscheinlich lächerlich, tut mir leid…
    Ich denke heute Nacht an zwei Katzen, die ich sehr gern habe. ❤

    • Chaoskatze sagt:

      Ach Süße, mach dir nicht so viele Sorgen… Hab schon bei meinem Hausarzt die MRT-Bilder bestellen lassen, das schicke ich dann an meinen Lieblingsneuro. Klar ist aber, dass keine großen Veränderungen da sind, das ist schon mal viel wert.
      Mit dem Exchef hab ich keinen Kontakt mehr… Lange Geschichte…
      Öl würde glaube ich nicht helfen. Gut, entspannen wäre schon gut, Massagen auch, aber ist ja auch eine Frage der Kosten. Für autogenes Training fehlt mir die Geduld…
      Ansonsten, hab dir ja schon im Forum ausführlich geschrieben…
      Pass auf dich auf…

  3. drkall sagt:

    Oh weh, das ist aber übel.
    In Unikliniken ist es oft ein Roulettespiel, an wen man gerät. In diesem Fall scheint Du richtig schlechte Karten gehabt zu haben.

    Evtl. doch mal ein BTM-Rezept?

    • Chaoskatze sagt:

      Ja, manchmal klappt es und manchmal nicht.. Wenigstens hatte ich eine sehr nette Zimmermitbewohnerin, da hab ich auch schon viel Schlimmeres erlebt… ^^

      Wegen Rezepten sind wir am gucken, werde auch meine Ärztin in der Schmerzambulanz darauf ansprechen.

  4. grautier sagt:

    Wir sollten uns nächste Woche mal treffen, wenn ich wieder zurück bin. Bis dahin: Kopf hoch und Ohren steif halten!

  5. dreamsandme sagt:

    Also das klingt recht abenteuerlich! 5 – 6 x pro Minute Atmung???? 8( Hast du noch andere Möglichkeiten? Zweitmeinung, Hausarzt, irgendwelche fähigen Ärzte? Das kann es doch nicht sein! Mensch, das tut mir so leid! Ich hoffe, es findet sich bald eine vernünftige Lösung, mit der es dir besser geht! *umärmel*

  6. Sue sagt:

    Das ist ja alles ganz schöner Mist. Tut mr echt leid für Dich. Was Dr. Kall oben schreibt, über das Roulettespiel kann ich unterschreiben. Mir hat so ein Verein grad nen dicken Strich und die Knochenmetastasen-Therapie gemacht indem sie einen Kontrolltermin abgesagt haben, weil an dem Tag angeblich keine Ärzte in der Ambulanz wären…… Geht ja schliesslich nur um mein Leben.
    Gute Tipps kann ich Dir auch keine geben, ausser sich vernünftige Schmerztherapeuten zu suchen und die Bilder würde ich auch nochmal von jemand anderes beurteilen lassen.
    Ich wünsche Dir auf jeden Fall ein paar weniger Schmerzen.

    Lieben Gruss sue

    • Chaoskatze sagt:

      Nett… Ja, sie vergessen es einfach oft.. Klar, man muss irgendwo Grenzen setzen, sonst geht man ja kaputt, aber es gibt doch auch so viele Ärzte, die es schaffen…

      Na, irgendwie kriegen wir es schon hin. Müssen wir ja…

  7. […] ersten Fall hatte ich ja schon erzählt. Der zweite war gestern. Warum erwischt es mich eigentlich bei sowas […]

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